CDU beim DRK-Seniorenzentrum: "Pflegeberuf hat mehr Achtung verdient"

"Der Pflegeberuf hat mehr Achtung verdient", machte Kurt Kolberg, Leiter des DRK-Seniorenzentrums an der Diana, im Gespräch mit Vertretern der CDU Bad Bentheim unmissverständlich deutlich. Die Christdemokraten waren zusammen mit ihrem Landratskandidaten Uwe Fietzek gekommen, um sich von Kolberg zu verabschieden, der nach 28 Jahren in dieser Funktion vor dem Ruhestand steht. Dennoch brennt Kolberg immer noch für seine Sache: "Man kann den Fachkräftemangel in den Pflegefachberufen gar nicht dramatisch genug darstellen." Gemeinsam mit den Vertretern der Politik diskutierte er verschiedene Lösungsoptionen.

Aktuell sei es so, dass in jeder Einrichtung mindestens die Hälfte des Personals Pflegefachkräfte sein müssen. Davon müsse aber nach seiner Meinung in Ausnahmefällen oder personellen Notsituationen auch abgewichen werden dürfen: "Wenn die Quote mal übergangsweise unter 50 % liegen würde, würde das die Pflegequalität nicht spürbar beeinträchtigen. Das würde uns in der Personalknappheit aber enorm helfen, denn Pflegehilfskräfte gibt es vereinzelt noch auf dem Arbeitsmarkt", so Kolberg. Zudem gebe es etwa in den Niederlanden einen deutlich größeren Stamm an Ehrenamtlichen in den Pflege-Einrichtungen, die dort zum Beispiel auch Verwaltungsaufgaben an der Zentrale übernehmen würden. Das liege aber auch daran, dass es bei unseren westlichen Nachbarn eine größere Offenheit für ehrenamtliche Tätigkeiten gebe. Aktuell seien es 30 Ehrenamtliche, die sich am DRK-Altenheim an der Diana ergänzend mit den Bewohnern beschäftigen.

Mit Blick auf die Attraktivität des Berufsbild machte der Bad Bentheimer CDU-Vorsitzende Marcel Speker deutlich, dass eine bessere Bezahlung ein wichtiges Element sei. "Jeder muss aber auch wissen, dass eine bessere Bezahlung zu mehr Kosten führt, die von irgendjemand auch getragen werden müssen – entweder über höhere Pflegeversicherungsbeiträge, über die Zuzahlungen der zu Pflegenden oder als gesellschaftliche Aufgabe über die Steuer." Eine weitere Belastung der zu Pflegenden oder deren Angehöriger lehnte Speker indes ab. Er sehe das eher als Aufgabe der Pflegeversicherung, die steigenden Kosten weiter abzusichern.

"Inwieweit kommen sich die Schichtzeiten und die Möglichkeiten der Kinderbetreuung ins Gehege?" wollte Landratskandidat Uwe Fietzek von Kolberg wissen. Dieser bestätigte die Befürchtung Fietzeks und ermutigte ihn, an diesem Thema weiter zu arbeiten, denn die Öffnungszeiten der Kindergärten würden sich nur sehr selten an Schichtzeitmodellen – egal ob im Gesundheitswesen oder der Industrie – orientieren. Uwe Fietzek zeigte sich beeindruckt von dem DRK-Komplex an der Diana: "Hier ist in den vergangenen Jahren ein kleiner Kosmos entstanden, bestehend aus dem klassischen Seniorenheim einerseits, aber andererseits auch aus der DRK-Rettungswache, dem Ärztehaus, dem Service-Wohnen und dem Ambulanten Dienst. Das ist untrennbar mit dem Namen Kurt Kolberg verbunden." Kolberg selbst erwiderte in seiner herzlichen und bescheidenen Art: "Hier bei uns ist der Mensch das Maß aller Dinge."

Bildunterschrift: Vom Leiter des DRK-Seniorenzentrums Kurt Kolberg (2.v.l.) verabschiedeten sich die Bad Bentheimer Christdemokraten Heinrich von Brockhausen (l.), Helena Hoon (3.v.l.), Marcel Speker (2.v.r.) und Hanna Werning (r.) sowie der von der CDU unterstützte parteilose Landratskandidat Uwe Fietzek (3.v.r.).