DRK- Alten- und Behindertentreffen in Waldseite

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 11. April 2001

Die Solidarität der vielen Spender ist unsere Stütze"
200 Teilnehmer beim Senioren- und Behindertennachmittag des Grafschafter Roten Kreuzes in Waldseite

hd Waldseite. Mit rund 200 Teilnehmern aus allen Teilen der Grafschaft ist das DRK-Treffen für Behinderte und Senioren im Dorfgemeinschaftshaus Waldseite am Sonnabendnachmittag auf eine große Resonanz gestoßen.

Vorsitzender Frank Kleine-Ruse vom DRK-Ortsverein Gildehaus, der dazu eingeladen hatte, hob den Stellenwert dieser Veranstaltung hervor. Sein besonderer Dank ging an Renate Ellerhorst und ihrem Helferteam, das mit viel Liebe die Vorbereitungen und die Bewirtung der Gäste und Ehrengäste übernommen hat.
Nach einigen musikalischen Einlagen vom "DRK-Einmann-Orchester" Gerd Steinbach und einigen plattdeutschen Dönkes, vorgetragen von Andrea Heddendorp und Gertrud Stegemerten, richtete Bad Bentheims Bürgermeister Günter Alsmeier das Wort an die Teilnehmer. Auch er unterstrich die große Bedeutung der Seniorennachmittage. Dahinter stecke eine harte, sehr kreative und liebevolle Arbeit der Helferinnen und Helfer des DRK unter Federführung von Herta Terwey.
Der Bürgermeister sprach den Frauen und Männern, die diese Seniorennachmittage mit steter Regelmäßigkeit besuchen, seine Anerkennung aus. Sie kämen sicher nicht in der bloßen Absicht unterhalten zu werden, sondern aktiv mitzumachen, sich persönlich einbringen, Neues zu erfahren und sich austauschen. Für ältere Menschen sei es ganz und gar nicht selbstverständlich, an dem, was um sie herum vorgehe, intensiv Anteil zu nehmen. Dabei wäre es – gerade gegenwärtig – ganz besonders wichtig, dass sie sich an der Diskussion über das Verhältnis der Generationen zueinander beteiligten, das schließlich auch sie nachhaltig betreffe. Alsmeier nannte hierbei zum Beispiel die Rentendiskussion, in der von verschiedenen Seiten der Eindruck erweckt werde – zumindest werde der Versuch in diese Richtung unternommen -, als würde die ältere Generation die jüngere ausbeuten, sich auf deren Kosten bereichern, ihr die Zukunftsperspektive nehmen. Alsmeier: "Die heutigen Senioren waren genau die Generation, die nun wirklich im Leben nichts geschenkt bekommen hat und zwei Weltkriege mit all ihren Schrecken, Nöten und schlimmen Schicksalsschlägen, mit denen sie fertig werden mussten, durchlitten haben."
Den Senioren/innen riet Alsmeier, sich keinesfalls aus dem pulsierenden Leben, das sie umgebe, zurückzuziehen. Es gebe auch heute noch sehr viele ältere Menschen, "die mit großem Schwung und ungeheurer Lebensfreude jeden Tag als ein Geschenk begreifen und auch nützen". Solche Senioren blieben aktiv und zögen sich nicht zurück.
Die stellvertretende DRK-Kreisverbandsvorsitzende, Herta Terwey, sprach von einem Nachmittag mit hohem Niveau und vortrefflichem Unterhaltungswert. Nach ihren Erläuterungen zählt das internationale Rote Kreuz in mehr als 170 Ländern der Welt rund 10 Millionen Mitglieder. 300000 seien davon ehrenamtlich tätig und zirka 100000, davon 500 in der Grafschaft Bentheim, im Jugendrotkreuz organisiert. Millionen von Stunden würden pro Jahr mit großem Engagement freiwillig geleistet. "Zahlen, die verdeutlichen, wie großartig, bedeutend und hochaktuell die Idee von Henry Dunant auch heute noch für die Menschheit ist", so die stellvertretende DRK-Kreisvorsitzende. Diese ehrenamtlichen Helfer/innen seien für das Rote Kreuz eine wesentliche Säule.
Entscheidend für das Ehrenamt ist nach Aussage Herta Terweys die notwendige ideelle Unterstützung und Anerkennung durch die Gesellschaft. Der Staat müsse Rahmenbedingungen schaffen für die steuerrechtliche Besserstellung des Geldspenders gegenüber dem ehrenamtlichen "Zeitspender". Das DRK investiere stark in die Aus- und Fortbildung, welches wegen der Arbeits- und Hilfsmittel nicht zum Nulltarif gehe. "Die Solidarität der vielen Spender ist unsere Hoffnung und Stütze, wo der Staat keine Gewährleistung bringt", so Herta Terwey. Sie dankte dem Ortsverein Gildehaus für die Ausrichtung und den vielen Helfer/innen "für ihren Einsatz im Zeichen der Menschlichkeit – gegen Isolation und Vereinsamung".
Zum Schluss der Veranstaltung reichten Kinder vom Jugendrotkreuz Gildehaus allen Besuchern beim Verlassen des Dorfgemeinschaftshauses einen kleinen Ostergruß in Form einer Narzisse.