Günter Alsmeier neuer Chef im Rathaus

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 08.11.2001

Es war ein Amtsantritt auf leisen Sohlen: Ohne irgendein Aufheben und fast wie selbstverständlich hat Günter Alsmeier am 1. November seinen Dienst als erster hauptamtlicher Bürgermeister Bad Bentheims begonnen. Auf dem Chefsessel im Rathaus möchte er möglichst zwei Amtsperioden sitzen.

Von Peter Zeiser
Bad Bentheim. Mit dem Wechsel vom Finanzamt ins Rathaus ist Alsmeier endgültig aus dem Dienst des Landes ausgeschieden und nicht mehr Beamter auf Lebenszeit. 38 Jahre war er in seinem erlernten Beruf tätig. Beim Abschied von den Kollegen im Finanzamt, mit denen er gut zusammengearbeitet habe, habe schon Wehmut mitgeschwungen, sagte der 55-Jährige am Dienstag im Gespräch mit den GN.
Mit 60 Prozent der Stimmen hatte der CDU-Kandidat die Bürgermeisterwahl klar gewonnen. Eine formale Ernennung oder Amtseinführung sieht das Gesetz nicht vor. Alsmeier musste bislang lediglich schriftlich erklären, dass er das Bürgermeisteramt zum 1. November annimmt. In der konstituierenden Sitzung des neuen Rates am 19. November wird er aber noch vereidigt, was nur dann nicht nötig wäre, wenn er schon als Beamter der Kommune tätig war, wie etwa sein Amtskollege Alfons Eling in Wietmarschen.
Im Rathaus, wo er sehr freundlich aufgenommen worden sei, setzt Alsmeier auf Teamarbeit. Die Verwaltung sei ausreichend besetzt, die Mitarbeiter motiviert und kompetent. Neueinstellungen seien bis auf eine Vertretung im Sekretariat nicht vorgesehen. Wie schon als ehrenamtlicher Bürgermeister, will Alsmeier für die Bürger immer ansprechbar sein – auch außerhalb der Dienstzeiten. "Ich möchte ein offenes Rathaus für den Bürger", betonte er.
Um Klarheit darüber zu haben, was sich die Stadt künftig leisten kann, hat sich der neue hauptamtliche Bürgermeister an seinen ersten Arbeitstagen mit den Finanzen beschäftigt. Die letzten Daten für den Haushalt 2002 werden zurzeit gesammelt. Der Rohentwurf soll Ende dieser Woche vorliegen. Der neue Rat wird nach seiner Konstituierung mit der Etatberatung beginnen können.
Für dringend erforderlich hält Alsmeier die Erweiterung und Neuausweisung von Gewerbegebieten, insbesondere im Südenosten der Stadt, zur A31 hin. Er hofft auf weiter steigende Gewerbeeinnahmen durch das Gewerbegebiet an der A30 in Westenberg. "Hoffnungsfroh" stimmt ihn, dass sich bei ihm nach seinem Amtsantritt vier Firmeninhaber gemeldet haben, die in Bad Bentheim neue Niederlassungen gründen oder dorthin verlagern wollen.
Intensiv weiter verfolgt würden auch die Planungen für den Ferienpark beim Gut Langen, erklärte Alsmeier weiter. Die Stadt wolle und werde das Vorhaben realisieren. Für den Fremdenverkehr seien damit große Chancen verbunden, da es bisher vor Ort kein ausreichendes Urlaubsangebot für Familien gebe. Anhaltspunkte, die Zweifel daran aufkommen ließen, dass die bisherigen Projektentwickler Hochtief und Gran Dorado das Vorhaben nicht mehr realisieren wollten, gebe es nicht.
Auch wenn die Stadt wegen ihres defizitären Verwaltungshaushalts mit ausgabenwirksamen Entscheidungen vorsichtig sein müsse, sollte nach Auffassung Alsmeiers die Stadtsanierung zum Abschluss gebracht werden. Dazu gehöre die Sanierung der Gildehauser Straße und einiger Stiegen. Ein Anliegen des neuen Bürgermeisters ist es ferner, die Ortsteile stärker in den Fremdenverkehr einzubinden. Die Landschaft rund um die Stadt sei intakt und interessant. Die dank der Wirtschaftswege gute Infrastruktur sollte mehr für den Radtourismus genutzt werden. In dem Zusammenhang begrüßte Alsmeier die Iniativen der Landfrauen, etwa mit dem Grafschafter Bauerndiplom, die er gerne unterstütze.