Kein Bauplatzmangel in Bad Bentheim

Von Irene Schmidt
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 24.04.2001

Bad Bentheim. In Bad Bentheim wird es auf absehbare Zeit keinen Mangel an Bauplätzen geben. Das stellte der Geschäftsführer der Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft (GEG) und amtierende Stadtdirektor, Jürgen Bußmann, gestern während des offiziellen "Ersten Spatenstichs" für das Baugebiet Pieper-Werning fest. In dem größten Baugebiet der Stadt und "wahrscheinlich auch im Landkreis", so Bußmann, könne der Bedarf für die nächsten Jahre gedeckt werden. Für ein weiteres großes Wohnbaugebiet habe der Stadtrat bereits "die Weichen gestellt".

Im Beisein von Vertretern des Rates, der Verwaltung, aus Behörden und Bauunternehmen gab Bußmann in seiner Funktion als Geschäftsführer der GEG einen Überblick über den Stand der Vorbereitungen für das neue Wohngebiet, das nach den Vorstellungen des Rates die Kernstadt Bad Bentheims mit dem Stadtteil Gildehaus verbinden soll.

Insgesamt umfasst das Gebiet 15,8 Hektar Fläche. Elf Hektar groß ist die reine Wohnbaufläche, zehn davon sind in städtischem Eigentum. 1,5 Hektar werden für den Straßenbau benötigt, 1,2 Hektar für den Lärmschutzwall zur Rheiner Straße (L 39) und 1,4 Hektar für öffentliche Flächen.

Insgesamt entstehen 155 Baugrundstücke, die zwischen 420 und 1120 Quadratmeter groß sind. "Der Bebauungsplan ist "flexibel gestrickt", sagte Bußmann: Die zukünftigen Bauherren haben die Möglichkeit, auf die Größe ihrer Grundstücke Einfluss zu nehmen. Da die Stadt annimmt, dass mehrere Grundstücke mit Doppelhäusern bebaut werden, können im Baugebiet Pieper-Werning bis zu 200 Wohneinheiten entstehen.

Mit der Vermarktung der Baugrundstücke beginnt die Stadtverwaltung voraussichtlich im Mai, so dass die ersten Wohnhäuser noch in diesem Jahr entstehen können. Die Gesellschafterversammlung der GEG werde in Kürze die Grundstückspreise festlegen, kündigte Bußmann an. Wie beim Baugebiet Weidenweg werde es eine Preisstaffel geben, die von der Lage des jeweiligen Grundstücks abhängig ist. Wer ein Komplettpaket der GEG erwirbt, bekommt sein Grundstück zu einem Preis, in dem die Kosten für Erschließung, Vermessung und die Anschlusskosten bereits enthalten sind. Ansprechpartner in der Stadtverwaltung ist Heinz-Gerd Bökenfeld. Der Stadt lägen bereits über 80 Anfragen vor, berichtete Bußmann. Allein etwa 50 Niederländer bekundeten Interesse in Bad Bentheim zu bauen.

Bevor jedoch einzelne Bauherren den ersten Spatenstich für ihr Haus vornehmen, muss die Infrastruktur stehen. Voraussichtlich werde in zwei Bauabschnitten vorgegangen, erklärte Bußmann. Zuerst wird die Kreuzung der Rheiner Straße mit der Bentheimer Straße und der Wasserwerkstraße umgestaltet, so dass sich Bentheimer und Wasserwerkstraße genau gegenüber liegen. Von Bad Bentheim aus wird es eine Linksabiegerspur in die Bentheimer Straße geben. Aus Richtung Gildehaus soll später jederzeit ebenfalls eine Linksabbiegerspur in die Wasserwerkstraße ausgewiesen werden können. Die neue Trasse der Bentheimer Straße von der L 39 aus ist auf der benachbarten Wiese bereits abgesteckt.

In Kürze können dann auch die Bauarbeiten für das neue Vereinsheim der DRK Ortsverbände Bad Bentheim und Gildehaus beginnen. Sein Standort liegt dicht an der Rheiner und dem alten Verlauf der Bentheimer Straße. Der ehemalige Bauernhof Pieper-Werning, der lange Zeit von einer Wohngruppe des Eylarduswerks genutzt wurde, wird in Kürze abgerissen.

Die Projektleitung liegt in Händen des Nordhorner Büros Lindschulte und Partner.

Bürgermeister Günter Alsmeier nahm gestern Vormittag mit einem Bagger den ersten "Spatenstich" vor. Aber schon bald werden Bauarbeiter und Handwerker ihren Arbeitsplatz auf der "Großbaustelle" haben. GEG-Geschäftsführer Jürgen Bußmann berichtete, dass die Grundstücksgesellschaft damit ihr drittes großes Projekt seit ihrer Gründung vor rund drei Jahren in die Hand nehme. Durch die lebhafte Bautätigkeit in Bad Bentheim habe die örtliche Bauwirtschaft alljährlich auf ein Auftragsvolumen von rund zehn Millionen Mark zurückgreifen können. Wenn der letzte Platz im Bereich Pieper-Werning in etwa drei bis sechs Jahren bebaut ist, wird sich das Auftragsvolumen durch die GEG insgesamt auf rund 100 Millionen Mark belaufen haben.

Allein für dieses Projekt hat die Gesellschaft mehr als zehn Millionen Mark vorfinanziert. "Ich gehe davon aus, dass die ersten Refinanzierungsmittel durch Grundstücksverkäufe ab Juni fließen", erläuterte Bußmann. Noch bevor der Euro eingeführt sei, werde ein Großteil der Grundstücke verkauft sein.