Neujahrsempfang: "2019 muss das Jahr des gesellschaftlichen Zusammenhalts werden"

"Wir brauchen für die Hella Wertheim-Sammlung im Otto Pankok-Museum keine Schmalspurlösung auf dem Dachboden, sondern ein vernünftiges räumliches Angebot, das auch mit einem pädagogischen Konzept für Schulklassen unterfüttert werden kann", sagte der parteilose Landratskandidat Uwe Fietzek jetzt beim Neujahrsempfang der CDU Bad Bentheim im Treff 10. Vor den rund 60 Gästen aus Partei und Stadtgesellschaft stellte er sich und im Schnelldurchlauf auch seine politischen Schwerpunkte vor. 

"Bildung ist wichtig. Deswegen stehe ich für eine vernünftige Ausstattung der Gymnasien, die in Trägerschaft des Landkreises sind. Wer sich in Bad Bentheim ansieht, wie wir das Burggymnasium ausgestattet haben, der weiß, dass wir das ernst meinen", so Fietzek. In diesem Jahr stünde dort auch noch der erste Spatenstich für neue Freisportanlage an. Allerdings machte er in diesem Zusammenhang auch deutlich, dass er das duale Ausbildungssystem fördern werde: "Es muss nicht jeder Akademiker werden." Beim Thema der Digitalisierung kündigte der Erste Kreisrat an, im Falle seiner Wahl zum Landrat dieses Thema fest im Kreishaus anzusiedeln. Mit Blick auf die Mobilfunkabdeckung machte Fietzek klar: "98 Prozent sind zu wenig – es geht gerade für eine ländliche Region wie unsere kein Weg an der 100-Prozent-Abdeckung vorbei."

Der Vorsitzende der CDU Bad Bentheim, Marcel Speker, sagte Fietzek die volle Unterstützung der örtlichen Christdemokraten zu: "Wenn ein Landkreis so positiv dasteht, wie unser, dann hat die Führungsmannschaft, zu der auch Uwe Fietzek gehört, sehr viel richtig gemacht." Zuvor hatte er dazu aufgerufen, dass 2019 das "Jahr des gesellschaftlichen Zusammenhaltes" werden müsse. "Wir brauchen mehr Miteinander und weniger Gegeneinander. In Zeiten von Trump und Brexit gedeihen auch gesellschaftliche Spaltpilze wie die AfD. Diesen müssen wir den Boden entziehen", forderte Speker. Für unsere Region sei er aber zuversichtlich. Im vergangenen Jahre habe es genug positive Beispiele gegeben: "Solange Familienväter ohne mit der Wimper zu zucken für einige Tage als Freiwillige Feuerwehrleute nach Meppen zum Moorbrand fahren, um dort eingesetzte Kameraden zu entlasten, solange Verbände, Gemeinden und Vereine zusammenrücken und eine riesige Typisierungsaktion zu Gunsten der DKMS auf die Beine stellen und solange der SV Bad Bentheim zu Gunsten einer Turnhalle in Gildehaus und eines gesamtstädtischen Sportzentrums zwischen den Stadtteilen auf die eigenen Gymnastikräume verzichtet – solange bin ich zuversichtlich, dass wir in Bad Bentheim nicht anfällig sind für die spaltenden Kräfte." Dennoch sei es ein dauerhafter Prozess: "Wir müssen den Menschen ein glaubwürdiges Angebot machen, sich in die politischen Themen auch schon zu einem Zeitpunkt einbringen zu können, an dem die Würfel noch nicht gefallen sind", so Speker. Und diese Aufgabe beginne im Kommunalen, denn hier liege der grundgesetzliche Auftrag an die Parteien, an der Willensbildung des Volkes mitzuwirken. Das bedeute freilich nicht, dass es nicht in der Sache auch politische Auseinandersetzungen geben könne: "Der Diskurs gehört untrennbar zur politischen Meinungsbildung. Es bleibt aber wichtig dies nicht zum Selbstzweck werden zu lassen und anderen Demokraten nicht nur  deswegen die Redlichkeit abzusprechen, weil man nicht einer Meinung ist", so Speker.