"Innenstadt Bad Bentheims ist attraktiver geworden"

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 23. Aug. 2001

Die Innenstadt in Bad Bentheim ist nach Auffassung von Bürgermeister Günter Alsmeier attraktiver geworden. ,Mehr Bürger und immer mehr Gäste fühlen sich wohl in der Innenstadt", sagte der CDU-Politiker am Dienstag nach einer Betriebsbesichtigung. ,Noch anziehender" werde das Zentrum, wenn die Stadtsanierung abgeschlossen sei

Alsmeier: ,Während der weiteren Entwicklungsplanung ist eine offene Bebauung westlich der Bahnhofstraße ergebnisoffen zu prüfen. In der Stadt wird es keinen Investitionsstau geben."

Der im Mai 1997 eingeweihte neue Rathausplatz werde von den anliegenden Gewerbetreibenden angenommen, so der Ratsvorsitzende. Den Wochenmarkt habe man ,gegen den sehr schnell überwundenen Widerstand der Marktbeschicker und einiger Bürger" mitten in die Stadt verlegt. Auch im Umfeld des Platzes habe sich inzwischen vieles entwickelt, was zur Belebung beigetragen habe. Die Familie Grossfeld hat nach Auffassung Alsmeiers mit der Eröffnung einer Gaststätte einen Coup gelandet. Der gastronomische Betrieb finde weit über die Grenzen der Stadt hinaus Beachtung. Die ehemalige ,Kaufmannsche Villa" werde inzwischen voll in die Hotelnutzung einbezogen. Außerdem sei das Stammhaus des Hotels um einen Bettentrakt erweitert worden. Auf dem ehemaligen Feuerwehrgelände stehe der Bau von 33 Wohnungen für ,Betreutes Wohnen", erstellt mit einem Kostenaufwand von 10 Millionen Mark, kurz vor dem Abschluss. Das Diakonische Werk werde vom Wochenende an die Kurzzeitpflege in dieser zentralen Lage anbieten.
In einer Presseerklärung weist der Bürgermeister noch auf weitere Projekte im Zentrum hin. So habe die Volksbank mit ihrem Neubau einen städtebaulichen Akzent gesetzt und ein Bentheimer nicht nur ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude erhalten, sondern mit dem Restaurant ,Zapata" eine Angebotslücke geschlossen. Die Einrichtung eines Cafés mit Außenterrasse bei der Burg durch die Familie Tietmeyer sei ebenfalls eine gelungene Umnutzung. Ziehe man den Kreis noch weiter, sei die Wohnanlage in der Lessingstraße zu erwähnen und das ,Betreute Wohnen" an der Diana mit ebenfalls 33 Wohnungen. Außerdem sei das DRK-Altenpflegeheim für fast 20 Millionen Mark renoviert worden.
Trotz der Strukturveränderung stünden in der Wilhelmstraße nur wenige Geschäftsräume leer, betont der Bürgermeister. Einige Nachbarstädte habe es ,schlimmer getroffen". Dies bestätige auch ein Gutachten der IHK. Danach hätten in der Grafschaft nur Bad Bentheim und Wietmarschen den Abfluss von Kaufkraft stoppen können. Der Ferienpark ,Landgut Bad Bentheim" werde die Strukturveränderung beschleunigen und für einen Nachfrageschub sorgen. Einen weiteren Anstoß für die Entwicklung der Innenstadt erwartet der Bürgermeister, wenn im Jahre 2004 das Finanzamt in einen Neubau an der Neustadtstraße verlegt wird. Die frei werdenden Immobilien seien mit den anderen städtischen Grundstücken in die Planung einzubeziehen.
Alsmeier kündigt an, auch die partielle Bebauung westlich der Bahnhofstraße auf die Tagesordnung zu setzen, weil einige Bürger und Gewerbetreibende der Innenstadt dies angeregt hätten. Die Sozialdemokraten warnte er vor einer vorschnellen Ablehnung. Die Bürger hätten einen Anspruch auf eine ernsthafte Diskussion. Weder der Rat noch seine Ausschüsse hätten sich bisher damit befasst.
Einen ,Investitionsstau" werde es nicht geben, weil die wesentlichen Käufe und Verkäufe von Immobilien durch die Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft (GEG) erledigt würden, erklärt der Bürgermeister weiter. Die im Februar 1997 gegründete GEG habe ,sehr erfolgreich" gearbeitet. Von ihr seien aufgrund der steigenden Nachfrage fast 200 Grundstücke erschlossen und vermarktet worden. Dies sei ein Zeichen für eine günstige Preisgestaltung. Der städtische Haushalt werde nicht belastet. Erschließung und Finanzierung seien in eigener Regie der GEG erfolgt. Die Investitionen von mehr als 20 Millionen Mark würden nicht im Haushalt der Stadt, sondern über die Konten der Gesellschaft abgewickelt. Die privatrechtlich geführte Gesellschaft sei flexibler als eine Behörde. Außerdem seien die Kosten mit der kaufmännischen Buchführung besser zu überwachen.
Alsmeier reagiert mit seinen Äußerungen auf Vorwürfe der SPD, die von einem ,Stillstand" in der Entwicklung der Innenstadt gesprochen hatte (die GN berichteten). Auch der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Hermann Schulze-Berndt, kritisiert die Haltung der SPD. Echte Fortschritte in der Stadtentwicklung würden ,aus parteitaktischen Gründen" übersehen, umsetzbare Vorschläge über das Erreichte hinaus seien von der SPD-Fraktion in den vergangenen fünf Jahren im Rat nicht eingebracht worden.

Lukas-Mühle wird zum Hartmann-Museum

Peter Zeiser in den Grafschafter Nachrichten vom 18. Aug. 2001

Gildehaus. Friedrich Hartmann ist am 15. Dezember 2000 im Alter von 88 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Schon in den letzten Jahren konnte er wegen seiner Krankheit kaum noch in sein Atelier gelangen. Die Lukas-Mühle war der Mittelpunkt seines Lebens als Künstler in Gildehaus und ein Anziehungspunkt für viele seiner Freunde. Deshalb wollte er, dass sie auch nach seinem Tod in der von ihm hinterlassenen Form mit dem Atelier und einer Gemäldesammlung interessierten Besuchern, insbesondere aber seinen Freunden von nah und fern zugänglich bleibt.
Der von Friedrich Hartmann zum Testamtentsvollstrecker ernannte Günter Tangenberg aus Gildehaus bemühte sich, die testamentarischen Anordnungen in die Tat umzusetzen. Für die geplante Gründung des Museums, das natürlich den Namen des Verstorbenen tragen soll, ist ein Rechtsträger nötig. Deswegen wird ein Idealverein gegründet. Das geschieht am 14. September um 20 Uhr im "Niedersächsischen Hof" in Gildehaus. Tangenberg hofft, möglichst viele Freunde des verstorbenen Malers begrüßen zu können. Es sei ihm leider nicht möglich gewesen, jeden persönlich einzuladen. Willkommen bei der Gründungsversammlung sei jeder Interessierte.
Vereinszweck soll neben der Trägerschaft insbesondere der Betrieb des Museums sein und dabei die Einrichtung und Unterhaltung einer Gemäldeausstellung mit Hartmanns Werken sowie die Auflistung aller von dem Künstler angefertigten Werke, wozu auch die Gestaltung von sakralen Räumen gehört. Tangenberg: "Der Verein wird lange zu tun haben, das umfangreiche Gesamtwerk Hartmanns zu erfassen."
Wann das Museum eröffnet wird, steht noch nicht fest. "Sicher werden noch einige Monate ins Land gehen, bis es soweit ist", sagte Tangenberg am Dienstag bei der Vorstellung des Projekts in der Lukas-Mühle, woran auch Vertreter der Stadt und die Frau des verstorbenen Malers, Margret Hartmann-Hafner, teilnahmen. Der Eröffnungstermin werde insbesondere davon abhängen, hieß es, wann die noch erforderlichen Arbeiten vorgenommen werden können. Dazu gehören ein Wasseranschluss, die Nachrüstung der sanitären Anlagen und die Fortführung der Straßenbeleuchtung bis zur Mühle.
Die Kosten dafür in Höhe von 37000 Mark, inklusive einer Anschubfinanzierung, übernimmt die Stadt. Der städtische Verwaltungsausschuss hat dem künftigen Museumsverein auch zugesichert, die Bewirtschaftungskosten – pro Jahr etwa 7000 Mark – zu übernehmen. Damit ist die wirtschaftliche Existenz des geplanten Museums in einem wesentlichen Bereich gesichert.
Nach den Worten von Bürgermeister Günter Alsmeier wäre das Projekt ohne ehrenamtliches Engagement nicht möglich. Mit dem Museum werde ein zusätzlicher Anziehungspunkt in der Stadt geschaffen und auch dem Konzept des Landkreises, der eine dezentrale Museumsstruktur will, entsprochen. Stadtdirektor Jürgen Bußmann wies darauf hin, dass das städtische Verkehrsamt eine "Kulturroute" für den Ortsteil Gildehaus erarbeiten und dazu eine Broschüre herausbringen werde. Damit sollen Interessierte auch zu Gebäuden geführt werden, bei denen weitere Hartmann-Arbeiten wie Mosaiken zu sehen sind. Die reformierte Kirche und die Friedhofskapelle in Gildehaus gehören etwa dazu.
Die 1720 aus Bentheimer Sandstein errichtete Gildehauser West-Windmühle, die kurz vor Kriegsende nach dem Beschuss durch kanadische Truppen völlig ausbrannte, hatte Hartmann 1948 erworben und ausgebaut. Er benannte sie nach dem Evangelisten Lukas, der im Mittelalter von den Lukas-Gilden als Schutzpatron der Maler verehrt wurde. Bis 1963 hat der in Siegen geborene Maler die Mühle auch mit seiner fünfköpfigen Familie bewohnt. Danach diente sie dem Künstler ausschließlich als Atelier.
In den vergangenen Jahren war es still geworden in der Mühle, da der Maler schwer erkrankte. In seinem Atelier waren Besucher stets willkommen. Der Künstler hatte nach den Worten Tangenbergs immer Zeit für Gespräche und ermöglichte es jedem Besucher, eines seiner Gemälde zu erwerben, wobei er beim Kaufpreis auf die finanziellen Möglichkeiten seiner Freunde Rücksicht nahm.
Ab September 1999 wurde das Innere der Lukas-Mühle in mühevoller Arbeit restauriert und eine Gasheizung installiert. Die Arbeiten sind im Wesentlichen abgeschlossen. Mit großem Engagement sorgte Margret Hartmann-Hafner dafür, dass die noch vorhandenen Gemälde sortiert und ihren Platz in der Mühle fanden. Auch der Arbeitsplatz des Malers blieb in der gewohnten Form erhalten.

Ferienpark "Gut Langen" nimmt konkrete Form an

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 11.07.2001

Der Bad Bentheimer Stadtdirektor, Jürgen Bußmann, ist "sehr sehr optimistisch", dass der geplante Ferienpark auch gebaut wird. Bei den geleisteten Vorlaufkosten in sechsstelliger Höhe werde sich der Projektentwickler "Hochtief" nicht mehr zurück ziehen. Das machten auch Vertreter des Unternehmens bei einem Besuch des Arbeitskreises "Freizeit, Tourismus und Heilbäderwesen" der CDU-Landtagsfraktion auf Gut Langen deutlich.

Von Irene Schmidt / Bad Bentheim. Auf dem Gelände Gut Langens will das Unternehmen "Hochtief" 250 Ferienhäuser auf rund 40 Hektar Fläche erbauen. Geplant sind auch ein Badesee und ein öffentliches Schwimmbad (die GN berichteten). Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 100 Millionen Mark. "Die Grundstücksfrage ist inzwischen vertraglich geregelt", berichtete der Bad Bentheimer Stadtdirektor gestern in einem Gespräch mit den GN. Zwischen dem Projektentwickler "Hochtief" und dem Betreiber "Gran Dorado" aus Groningen sei ein Vorvertrag geschlossen worden. Danach verpflichtet sich Gran Dorado, zehn Jahre lang den Ferienpark zu betreiben und hat die Option auf eine Vertragsverlängerung um weitere zehn Jahre. Inzwischen ist die Treuhand Oldenburg beauftragt worden, eine Liquiditäts- und Trustplanung vorzunehmen, und "Hochtief" hat begonnen, Finanzierungsgespräche zu führen. Gleichzeitig wird geprüft, ob es für die Realisierung des Ferienparks Möglichkeiten zur Förderung mit öffentlichen Mitteln gibt.
Voraussichtlich im kommende Herbst will "Hochtief" den Auftrag für die notwendige Umwektverträglichkeitsprüfung erteilen. Allein diese Prüfung dauert rund ein Jahr, eine komplette Vegetationsperiode lang. Voraussichtlich im Frühjahr 2003 kann dann das Raumordnungsprogramm abgeschlossen werden. Die Stadt Bad Bentheim strebe an, möglichst parallel das Flächennutzungsplan- und Bebauungsplanverfahren voranzutreiben, kündigte Bußmann an, "damit der zeitliche Abstand zwischen dem Abschluss des Raumordnungsverfahrens und des Bebauungsplans möglichst gering ist".
Je nachdem, wann die planungsrechtlichen Schritte beendet sind, also frühestens zwischen Frühsommer und Herbst 2003, kann "Hochtief" mit den Bauarbeiten beginnen. Davon abhängig ist auch der Eröffnungstermin, der laut Bußmann, sowohl im Frühjahr 2004 aber auch im Frühjahr 2005 liegen könnte. "Wenn der Park eröffnet wird, sollen dort keine Baumaschinen mehr stehen", erklärte Bußmann. Dies sei die klare Vorstellung des Projektentwicklers "Hochtief" und der Betreibergesellschaft "Gran Dorado".
Auch einen Namen hat der Ferienpark schon. Er soll "Landgut Bad Bentheim heißen", erklärten Projektleiter Karl Gajetzky und Jürgen Brüggemeyer von Hochtief vor wenigen Tagen während eines Besuchs des CDU-Arbeitskreises im idyllischen Waldgebiet bei Gut Langen. Auch der Baumbestand des Gutes solle "weitestgehend" erhalten werden.
Von dem Bau des Ferienparks werden etliche Handwerksbetriebe profitieren. Später sollen rund 40 Männer und Frauen im und für den Ferienpark arbeiten.
Für die Stadt Bad Bentheim könnte die Inbetriebnahme des Ferienparks in zwei bis drei Jahren einen positiven Nebeneffekt bieten. Da in der Ferienanlage ein neues Schwimmbad gebaut werden soll, das auch der Bad Bentheimer Bevölkerung offen steht, könnte das Freibad im Süden Bad Bentheims möglicherweise aufgegeben werden. Auf Nachfrage räumte Stadtdirektor Bußmann ein: "Es stellt sich in der Tat die Frage, ob man das Freibad in der Großen Maate dann noch braucht". Das alte Freibad ist schon seit Jahren renovierungsbedürftig. Auch wenn die Stadt sich bemüht, es funktionsfähig zu erhalten, erfüllt es doch nicht die Voraussetzungen, die heute an ein modernes Freibad gestellt werden.

CDU Bentheim will Einnahmesituation der Stadt verbessern

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 10.07.2001

Die Bad Bentheimer CDU hat für die Stadtratswahl am 9. September ihr Wahlprogramm beschlossen. Die Mitgliederversammlung verabschiedete in der vergangenen Woche im Hotel Berkemeyer ein Sieben-Punkte-Papier. Es steht unter dem Motto "Zu Hause fängt die Zukunft an – Bad Bentheim gestalten".

Zu den Zielen gehören die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Förderung des Fremdenverkehrs. Die sieben Schwerpunkte heißen: "Zukunft für unsere Kinder und Enkel", "Chancen für die Jugend/Heimat für die Älteren", "Arbeitsplätze für viele Menschen", "städtebaulich vorankommen", "solide Finanzen", "Spielraum für Kultur", "Gastfreundschaft für viele".
An der B 403 und in der Nähe der A 31 will die CDU neue Flächen für die An- und Umsiedlung von Gewerbebetrieben zur Verfügung stellen. Das Gewerbegebiet an der A30/K26 in Westenberg soll erweitert werden. Der Landwirtschaft will die CDU dadurch helfen, dass Wirtschaftswege ausgebaut werden, der "Urlaub auf dem Bauernhof" gefördert und das vorliegende Landnutzungskonzept in den Stadtentwicklungsplan einbezogen wird.
Die Christdemokraten wollen städtische Schulden abbauen und die Einnahmesituation verbessern. Die Aufnahme neuer Kredite soll vermieden werden. Bei kommunalpolitischen Entscheidungen will die CDU stets die Folgekosten berücksichtigt wissen.
Einstimmig beschloss die Mitgliederversammlung eine Erweiterung der CDU-Stadtratsliste auf 31 Kandidaten. Das Durchschnittsalter der Kandidaten beträgt 42,9 Jahre.

Stadtratsliste der CDU ist eine "gute Mischung"

Der CDU-Ortsverband Bad Bentheim hat seine Kandidaten für die Stadtratswahl am 9. September nominiert. Die Mitgliederversammlung nahm im Kurhaus auf Vorschlag des Vorstandes einstimmig eine Liste mit 30 Frauen und Männern an. Die Hälfte davon sind parteilose Kandidatinnen und Kandidaten.

Die CDU-Ortsvorsitzende Bärbel Karkossa sprach von einem "gelungenen Generationenwechsel". Die Liste sei eine "gute Mischung aus jung und alt, Frauen und Männern, vielen Berufen und Begabungen". An der Spitze stehen Bürgermeister Günter Alsmeier, seine Stellvertreterin Helena Hoon und der Fraktionsvorsitzende Hermann Schulze-Berndt. Die Kandidaten stammen aus Alt-Bentheim, dem Ortsteil Gildehaus sowie den ehemals selbständigen Landgemeinden.

Derzeit hat die CDU-Fraktion 15 Sitze im Bad Bentheimer Stadtrat. Zehn Fraktionsmitglieder stellen sich erneut zur Wahl. Fünf Christdemokraten verlassen den Rat aus Alters- oder beruflichen Gründen. Das bedeutet: Sollte die CDU abermals 15 Sitze erobern, wird es etliche neue Gesichter im Stadtrat geben.

Zu den ausscheidenden Fraktionsmitgliedern gehört auch der zweite stellvertretende Bürgermeister Hermann Kaldeway aus Waldseite. In seiner Funktion als Vorsitzender des städtischen Finanzausschusses warnte er im Kurhaus vor "vollmundigen Versprechungen, die niemand bezahlen kann". Der Haushalt der Stadt lasse nach wie vor "nur enge Spielräume", sagte Kaldeway.

Am 9. September wird außerdem ein neuer Kreistag gewählt. Dafür bestimmt die CDU ihre Listen am 16. Juni während einer Mitgliederversammlung des Kreisverbandes in der Gaststätte Kerkhoff-Neesen in Hagelshoek. Die Bad Bentheimer Christdemokraten werden sich zusammen mit ihren Schüttorfer Parteifreunden eine Liste teilen. Beide Ortsverbände werden jeweils sieben Kandidatinnen und Kandidaten stellen.

Günter Alsmeier: Aufwärts mit Bad Bentheim!

In meiner Antrittsrede als Bürgermeister vor 4 1/2 Jahren bezeichnete ich die Konsolidierung der Finanzen als wichtigste Aufgabe der Legislaturperiode. Dabei habe ich einer Aufgabenreduzierung und Privatisierung das Wort geredet und in dem Zusammenhang die Abwasserbeseitigung, die Dorfgemeinschaftshäuser, Sportplätze und den Fremdenverkehr genannt.

Die Abwasserbeseitigung wurde auf den Trink- und Abwasserverband übertragen. Das Dorfgemeinschaftshaus Sieringhoek betreibt der Schützenverein. TuS und SV haben in Eigenregie Sportplätze und Umkleidegebäude errichtet. Der SV baut in diesem Jahr das Vereinsheim auf eigene Rechnung. Die SG hat in bewährter Art die Flutlichtanlage selbst installiert. Der Fremdenverkehr wird mit einem Eigenbetrieb gestaltet.

Zu Beginn der Legislaturperiode drohte uns eine Schuldenlast von 41,5 Mio. DM. Am Ende des Haushaltsjahres 2001 werden die Schulden unter 17 Mio. DM. betragen. Der Zinsaufwand in diesem Jahr wird bei 1 Mio. DM liegen. 1996 waren es 2,2 Mio. DM mit steigender Tendenz.

Aber die Zeit der Haushaltskonsolidierung ist noch lange nicht vorbei. Der Vermögenshaushalt 2001 finanziert sich mit 3 Mio. DM fast zur Hälfte aus Grundstücksverkäufen. Hinzu kommen 400.000 DM für die Verwertung von Ökopunkten aus dem Konto Syenvenn. Nur rund 13 % dieses Erlöses werden zur Tilgung von Schulden verwandt. Deshalb dürfen wir im bevorstehenden Wahlkampf nicht leichtfertig Versprechen machen, die nach der Wahl nicht eingehalten werden können. Wer mit dem Füllhorn über das Land geht, versündigt sich an der Zukunft.

Und trozdem geht es aufwärts in unserer Stadt:
– 16 % mehr Übernachtungen im Jahr 2000,
– immer mehr Tagesgäste,
– viel Burg- und Stadtführungen,
– großer Ferienpark bei "Gut Langen" in Sicht,
– Verbesserungen am Kurbad,
– zusätzliche Rad- und Wanderwege,
– mehr als 5000 Arbeitsplätze in Bad Bentheim,
– neue Räume für städtische Schulen (Klassenzimmer, Pausenhallen),
– mehr Geld für Kinderspielplätze,
– Erweiterung und Renovierung des Kindergartens an der Ernst-Buermeyer-Straße,
– neue Räume und Fahrzeuge für die Feuerwehren,
– Fortsetzung der Innenstadtsanierung,
– neue Straßenbeleuchtungen an der Hengeloer Straße in Gildehaus sowie an der Suddendorfer Straße in Bentheim,
– rege ehrenamtliche Tätigkeit z.B. in den Vereinen und Kirchenengemeinden,
– neues Sandsteinmuseum am Schlosspark, Sanierung des geologischen Freiluftmuseums in Gildehaus,
– Wohnbauflächen am Weidenweg, an der Müst, bei Pieper-Werning und am "Alten Kamp",
– neue Flächen für Gewerbebetriebe am Bahnhof,
– erfolgreiche Vermarktung des Gewerbegebietes an der K26/A30 in Westenberg,
– Geld für neue Sportplätze und Vereinsräume,
– Eröffnung des Otto-Pankok-Hauses in Gildehaus,
– Einrichtung eines Kulturetats.

Glücklicherweise ist das alles nicht nur "auf dem Mist" der CDU gewachsen. Das zu behaupten, wäre vermessen. Die Stadtverwaltung, der Stadtrat, der Landkreis und viele Bürgerinnen und Bürger haben ihre Anteile an den Fortschritten. Als Mehrheitsfraktion im Rat hat die CDU die Weichen gestellt und entsprechende Beschlüsse ermöglicht. Weil nicht soviel Geld da war und ist, wie wir uns das eigentlich wünschen, konnten nicht alle Sachen erledigt werden. Aber wenn wir den eingeschlagenen Kurs fortsetzen, geht es weiter aufwärts!

Kein Bauplatzmangel in Bad Bentheim

Von Irene Schmidt
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 24.04.2001

Bad Bentheim. In Bad Bentheim wird es auf absehbare Zeit keinen Mangel an Bauplätzen geben. Das stellte der Geschäftsführer der Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft (GEG) und amtierende Stadtdirektor, Jürgen Bußmann, gestern während des offiziellen "Ersten Spatenstichs" für das Baugebiet Pieper-Werning fest. In dem größten Baugebiet der Stadt und "wahrscheinlich auch im Landkreis", so Bußmann, könne der Bedarf für die nächsten Jahre gedeckt werden. Für ein weiteres großes Wohnbaugebiet habe der Stadtrat bereits "die Weichen gestellt".

Im Beisein von Vertretern des Rates, der Verwaltung, aus Behörden und Bauunternehmen gab Bußmann in seiner Funktion als Geschäftsführer der GEG einen Überblick über den Stand der Vorbereitungen für das neue Wohngebiet, das nach den Vorstellungen des Rates die Kernstadt Bad Bentheims mit dem Stadtteil Gildehaus verbinden soll.

Insgesamt umfasst das Gebiet 15,8 Hektar Fläche. Elf Hektar groß ist die reine Wohnbaufläche, zehn davon sind in städtischem Eigentum. 1,5 Hektar werden für den Straßenbau benötigt, 1,2 Hektar für den Lärmschutzwall zur Rheiner Straße (L 39) und 1,4 Hektar für öffentliche Flächen.

Insgesamt entstehen 155 Baugrundstücke, die zwischen 420 und 1120 Quadratmeter groß sind. "Der Bebauungsplan ist "flexibel gestrickt", sagte Bußmann: Die zukünftigen Bauherren haben die Möglichkeit, auf die Größe ihrer Grundstücke Einfluss zu nehmen. Da die Stadt annimmt, dass mehrere Grundstücke mit Doppelhäusern bebaut werden, können im Baugebiet Pieper-Werning bis zu 200 Wohneinheiten entstehen.

Mit der Vermarktung der Baugrundstücke beginnt die Stadtverwaltung voraussichtlich im Mai, so dass die ersten Wohnhäuser noch in diesem Jahr entstehen können. Die Gesellschafterversammlung der GEG werde in Kürze die Grundstückspreise festlegen, kündigte Bußmann an. Wie beim Baugebiet Weidenweg werde es eine Preisstaffel geben, die von der Lage des jeweiligen Grundstücks abhängig ist. Wer ein Komplettpaket der GEG erwirbt, bekommt sein Grundstück zu einem Preis, in dem die Kosten für Erschließung, Vermessung und die Anschlusskosten bereits enthalten sind. Ansprechpartner in der Stadtverwaltung ist Heinz-Gerd Bökenfeld. Der Stadt lägen bereits über 80 Anfragen vor, berichtete Bußmann. Allein etwa 50 Niederländer bekundeten Interesse in Bad Bentheim zu bauen.

Bevor jedoch einzelne Bauherren den ersten Spatenstich für ihr Haus vornehmen, muss die Infrastruktur stehen. Voraussichtlich werde in zwei Bauabschnitten vorgegangen, erklärte Bußmann. Zuerst wird die Kreuzung der Rheiner Straße mit der Bentheimer Straße und der Wasserwerkstraße umgestaltet, so dass sich Bentheimer und Wasserwerkstraße genau gegenüber liegen. Von Bad Bentheim aus wird es eine Linksabiegerspur in die Bentheimer Straße geben. Aus Richtung Gildehaus soll später jederzeit ebenfalls eine Linksabbiegerspur in die Wasserwerkstraße ausgewiesen werden können. Die neue Trasse der Bentheimer Straße von der L 39 aus ist auf der benachbarten Wiese bereits abgesteckt.

In Kürze können dann auch die Bauarbeiten für das neue Vereinsheim der DRK Ortsverbände Bad Bentheim und Gildehaus beginnen. Sein Standort liegt dicht an der Rheiner und dem alten Verlauf der Bentheimer Straße. Der ehemalige Bauernhof Pieper-Werning, der lange Zeit von einer Wohngruppe des Eylarduswerks genutzt wurde, wird in Kürze abgerissen.

Die Projektleitung liegt in Händen des Nordhorner Büros Lindschulte und Partner.

Bürgermeister Günter Alsmeier nahm gestern Vormittag mit einem Bagger den ersten "Spatenstich" vor. Aber schon bald werden Bauarbeiter und Handwerker ihren Arbeitsplatz auf der "Großbaustelle" haben. GEG-Geschäftsführer Jürgen Bußmann berichtete, dass die Grundstücksgesellschaft damit ihr drittes großes Projekt seit ihrer Gründung vor rund drei Jahren in die Hand nehme. Durch die lebhafte Bautätigkeit in Bad Bentheim habe die örtliche Bauwirtschaft alljährlich auf ein Auftragsvolumen von rund zehn Millionen Mark zurückgreifen können. Wenn der letzte Platz im Bereich Pieper-Werning in etwa drei bis sechs Jahren bebaut ist, wird sich das Auftragsvolumen durch die GEG insgesamt auf rund 100 Millionen Mark belaufen haben.

Allein für dieses Projekt hat die Gesellschaft mehr als zehn Millionen Mark vorfinanziert. "Ich gehe davon aus, dass die ersten Refinanzierungsmittel durch Grundstücksverkäufe ab Juni fließen", erläuterte Bußmann. Noch bevor der Euro eingeführt sei, werde ein Großteil der Grundstücke verkauft sein.

Stadt saniert Bürgergarten und Schlosspark

Von Peter Zeiser
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 21.04.2001

Bad Bentheim. Mit der grundlegenden Renovierung der beiden Parkanlagen, die vom städtischen Eigenbetrieb Fremdenverkehr finanziert wird, befassen sich die Bad Bentheimer Ratsgremien schon seit längerem. Sie wird für dringend erforderlich gehalten, um die Substanz der Anlagen zu erhalten und ihre Attraktivität für Bürger und Gäste zu erhöhen. Aus eigener Kraft kann die Kommune die beiden Projekte jedoch nicht verwirklichen. Sie ist auf Zuschüsse angewiesen.

Für den Bürgergarten liegt inzwischen ein Zuwendungsbescheid des Amtes für Agrarstruktur vor. Danach übernimmt die Europäische Union über das Förderprogramm "Pro Land" die Hälfte der veranschlagten Kosten von rund 150000 Mark. Ende Mai oder Anfang Juni wird mit der Maßnahme begonnen.

Ebenso wie beim Schlosspark ist der Bad Bentheimer Landschaftsplaner, Diplom-Ingenieur Heiner Monninkhof, mti den fachlichen Vorbereitungen beauftragt worden. Vorgesehen ist im Bürgergarten, verschiedene Sandsteintrockenmauern in Stand zu setzen. Der Arbeitsaufwand ist dabei sehr unterschiedlich. So müssen in einigen Bereichen nur kleinere Reparaturen vorgenommen werden, während die Trockenmauern an anderen Stellen vollständig abgetragen und neu aufgeschichtet werden müssen. Teilweise sind Wurzeln zu entfernen und die obersten Mauerschichten mit Mörtel zu befestigen. Geplant ist ferner, die Waldwege auszubessern und dort Gefahrenstellen zu beseitigen. Die Wege sollen auf jeden Fall in ihrer "natürlichen Art" erhalten bleiben. Außerdem wird die "landschaftsuntypische" Fichtenschonung unterhalb der Sichtschneise am Mühlenberg beseitigt und durch standortgerechte Laubgehölze und Sträucher ersetzt.

Den Schlosspark will die Stadt in zwei Bauabschnitten sanieren. Die Kosten für den ersten Abschnitt werden mit rund 520000 Mark, die für den zweiten mit rund 220000 Mark beziffert. Bei der Bezirksregierung wurden für das Projekt inzwischen Landesmittel beantragt. Auch beim Landkreis wird Bad Bentheim nach Auskunft von Stadtdirektor Jürgen Bußmann vorstellig werden und einen Antrag auf Wirtschaftsfördermittel stellen. Zur Begründung wies Bußmann gegenüber den GN darauf hin, dass der Fremdenverkehr ein wichtiger Bestandteil der städtischen Wirtschaftsförderung sei. Rund 1700 der 4500 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Bad Bentheim seien direkt oder indirekt vom Fremdenverkehr abhängig.

"Wir rechnen uns gute Chancen auf Fördermittel aus", so der Stadtdirektor weiter. Sollte bis Mitte August noch keine Entscheidung der Zuschussgeber vorliegen, werde die Stadt die Zustimmung der Zuschussgeber zum vorzeitigen Baubeginn einholen, da die Maßnahme nicht mehr aufgeschoben werden könne.

Den ersten Bauabschnitt will die Stadt bis zum Beginn der übernächsten Fremdenverkehrssaison im Mai des kommenden Jahres verwirklichen. Er umfasst den historischen Bereich des Schlossparks direkt unterhalb der Burg, wobei der Parkplatz ausgenommen ist. Die Planungen sehen vor, die teilweise erheblich beschädigten Gehwege neu zu pflastern sowie das Parkmobiliar (Sitzbänke , Tische, Papierkörbe) und die Beleuchtung zu erneuern. Außerdem soll das WC-Gebäude innen und außen vollständig saniert werden. Dabei ist unter anderem geplant, das Klinkermauerwerk zu verputzen, eine neue Dachvertäfelung anzubringen und die Fenster zu erneuern. Beim Toilettengebäude soll zudem eine "Entsorgungsmöglichkeit" für Wohnmobile und Busse geschaffen werden.

Im zweiten Bauabschnitt, mit dem frühestens im nächsten Jahr begonnen werden kann, soll dann der nördliche, zur Rheiner Straße (L39) hin gelegene Bereich des Schlossparks in Stand gesetzt werden. Erforderlich ist auch dort vor allem die Erneuerung der Wege.

Möglicherweise werden künftig im Schlosspark Kunstobjekte ausgestellt. Der Stadt liegt jedenfalls seit einiger Zeit ein entsprechendes Angebot des Bildhauers Wilfried Koch vor. Er ist bereit, Bronzeskulpturen zunächst als befristete Leihgabe im Schlosspark zu präsentieren. Koch wurde 1929 in Duisburg geboren und setzte nach seiner künstlerischen Ausbildung am Städelschen Kunstinstitut Frankfurt seine Studien für Glasmalerei, Fresko, Mosaik und freie Malerei bei Willi Baumeister und R. Henninger an der Kunsthochschule Stuttgart fort. Seit 1982 widmet er sich der Bildhauerei. Er gestaltet Skulpturen von Menschen in emotionalen und existenziellen Grenzsituationen. Im Jahre 2002 will der Künstler in Italien ausstellen. Wie er die Stadtverwaltung wissen ließ, habe er für das Jahr 2003 noch keine Ausstellung geplant. Einen Namen gemacht im In- und Ausland hat sich Koch auch als Kunsthistoriker.

Imageverlust durch Wegzug des Großen Spiels

Auch finanzielle Verluste zu beklagen

Die Fakten sind geschaffen: Wenn in Osnabrück das neue Spielkasino der niedersächsischen Spielbankengesellschaft eröffnet wird, gibt es in Bad Bentheim kein Roulette oder Poker mehr. Die Stadt, die sich in Bezug auf die Spielbank steuerlich ohnehin benachteiligt sieht, befürchtet einen Imageverlust durch den Wegzug des Großen Spiels.

Von Irene Schmidt, Grafschafter Nachrichten

Bad Bentheim. Bürgermeister Günter Alsmeier bedauert die Entscheidung der Spielbankengesellschaft. Zum einen erleide die Stadt einen Imageverlust, wenn von der Spielbank lediglich ein Automatenkasino übrig bleibt. Zum anderen glaube er nicht daran, „dass die Rechnung aufgeht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die bisherigen Besucher der Spielbank Bad Bentheim aus dem Ruhrgebiet den weiteren Weg nach Osnabrück auf sich nehmen", sagte Alsmeier gegenüber den GN: „Diese Gäste gehen den niedersächsischen Spielbanken wohl ganz verloren." Darüber hinaus müsse die Aussage der Spielbankengesellschaft, die Stadt Bad Bentheim gehöre zu den Gewinnern, relativiert werden, machten Bürgermeister Günter Alsmeier und Stadtdirektor Jürgen Bußmann in einem Pressegespräch in der vergangenen Woche deutlich. Es treffe zu, dass die Stadt vor allem in den 80er Jahren von der Spielbank profitiert habe. Viele Investitionen seien nur durch die Spielbankabgabe in Höhe von 100 Mark pro Kopf der Bevölkerung möglich gewesen. Doch das Blatt habe sich gewendet. 1995 wurde die Pro-Kopf-Abgabe auf die Hälfte reduziert. „Plötzlich hatten wir 1,2 Millionen Mark netto weniger im Haushalt. Das war ein großes Problem", erläuterte Bußmann.

Seit am 1. Januar 1999 das neue Niedersächsische Finanzausgleichsgesetz in Kraft getreten ist und ein Finanzverteilungsgesetz dazu kam, wurden die Einnahmen der Stadt aus dem Betrieb der Spielbank erneut gekappt.

Nach Auffassung des Bundesfinanzhofs ist die Spielbankabgabe in Höhe von 50 Mark pro Einwohner in Spielbankengemeinden als Steuer anzusehen. Dafür müssen Spielbanken weder Gewerbesteuer noch Körperschaftssteuer, Umsatzsteuer oder Vergnügungssteuer zahlen. Mit der Spielbankabgabe ist der Rahmen der steuerlichen Forderungen abgedeckt.
Das hat für die Stadt Bad Bentheim die Folge, dass die Spielbankabgabe sowohl bei der Berechnung der Schlüsselzuweisung als auch bei der Ermittlung der Höhe der Kreisumlage, die die Gemeinden je nach Steueraufkommen an den Kreis entrichten müssen, berücksichtigt wird. Dadurch bekam der Landkreis in den Jahren 1999 und 2000 von den 750 000 Mark Spielbankabgabe (hochgerechnet auf rund 15 000 Einwohner Bentheims) rund 330 000 Mark. Ab 1. Januar dieses Jahres werden es nur noch 220 000 Mark sein, da die Kreisumlage für diese Berechnung gesplittet wird: Bezogen auf die Spielbankabgabe muss die Stadt statt 49,2 Prozent „nur" 33 Prozent Kreisumlage zahlen. Weil die Abgabe aber außerdem im Finanzausgleich des Landes zu Buche schlägt, müssen weitere 250 000 Mark für das Land abgezogen werden, so dass die Stadt von den 750 000 Mark Spielbankabgabe nur noch rund 280 000 Mark im eigenen Haushalt verbuchen kann.

Würde die Spielbank zur Kasse gebeten, wie jedes andere in Bad Bentheim ansässige Unternehmen auch, fiele die Rechnung für die Stadt besser aus, haben Bußmann und Alsmeier ausgerechnet. Allein die Vergnügungssteuer, die die Stadt als kommunale Steuer für Spielautomaten mit Gewinnmöglichkeiten erhebt, würde aus der Spielbank rund eine halbe Million Mark in die Stadtkasse spülen. Und weil die Vergnügungssteuer eine kommunale Steuer ist, müsste die Stadt weder Land noch Kreis daran beteiligen. Dazu kämen Einnahmen aus der Gewerbesteuer, die sich am Gewinn des Unternehmens orientiert. Weil aber die Spielbankabgabe als allgemeine Steuer auf den Finanzausgleich angerechnet wird, entgehen der Stadt mehrere hunderttausend Mark. Einen Ausgleich bekommt sie dafür nicht.

Einige Spielbankengemeinden haben dagegen geklagt. Die Stadt Bad Bentheim hat Einspruch eingelegt, denn sollten die Spielbankengemeinden vor dem Finanzgericht Erfolg haben, will auch Bad Bentheim nicht leer ausgehen.

DRK- Alten- und Behindertentreffen in Waldseite

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 11. April 2001

Die Solidarität der vielen Spender ist unsere Stütze"
200 Teilnehmer beim Senioren- und Behindertennachmittag des Grafschafter Roten Kreuzes in Waldseite

hd Waldseite. Mit rund 200 Teilnehmern aus allen Teilen der Grafschaft ist das DRK-Treffen für Behinderte und Senioren im Dorfgemeinschaftshaus Waldseite am Sonnabendnachmittag auf eine große Resonanz gestoßen.

Vorsitzender Frank Kleine-Ruse vom DRK-Ortsverein Gildehaus, der dazu eingeladen hatte, hob den Stellenwert dieser Veranstaltung hervor. Sein besonderer Dank ging an Renate Ellerhorst und ihrem Helferteam, das mit viel Liebe die Vorbereitungen und die Bewirtung der Gäste und Ehrengäste übernommen hat.
Nach einigen musikalischen Einlagen vom "DRK-Einmann-Orchester" Gerd Steinbach und einigen plattdeutschen Dönkes, vorgetragen von Andrea Heddendorp und Gertrud Stegemerten, richtete Bad Bentheims Bürgermeister Günter Alsmeier das Wort an die Teilnehmer. Auch er unterstrich die große Bedeutung der Seniorennachmittage. Dahinter stecke eine harte, sehr kreative und liebevolle Arbeit der Helferinnen und Helfer des DRK unter Federführung von Herta Terwey.
Der Bürgermeister sprach den Frauen und Männern, die diese Seniorennachmittage mit steter Regelmäßigkeit besuchen, seine Anerkennung aus. Sie kämen sicher nicht in der bloßen Absicht unterhalten zu werden, sondern aktiv mitzumachen, sich persönlich einbringen, Neues zu erfahren und sich austauschen. Für ältere Menschen sei es ganz und gar nicht selbstverständlich, an dem, was um sie herum vorgehe, intensiv Anteil zu nehmen. Dabei wäre es – gerade gegenwärtig – ganz besonders wichtig, dass sie sich an der Diskussion über das Verhältnis der Generationen zueinander beteiligten, das schließlich auch sie nachhaltig betreffe. Alsmeier nannte hierbei zum Beispiel die Rentendiskussion, in der von verschiedenen Seiten der Eindruck erweckt werde – zumindest werde der Versuch in diese Richtung unternommen -, als würde die ältere Generation die jüngere ausbeuten, sich auf deren Kosten bereichern, ihr die Zukunftsperspektive nehmen. Alsmeier: "Die heutigen Senioren waren genau die Generation, die nun wirklich im Leben nichts geschenkt bekommen hat und zwei Weltkriege mit all ihren Schrecken, Nöten und schlimmen Schicksalsschlägen, mit denen sie fertig werden mussten, durchlitten haben."
Den Senioren/innen riet Alsmeier, sich keinesfalls aus dem pulsierenden Leben, das sie umgebe, zurückzuziehen. Es gebe auch heute noch sehr viele ältere Menschen, "die mit großem Schwung und ungeheurer Lebensfreude jeden Tag als ein Geschenk begreifen und auch nützen". Solche Senioren blieben aktiv und zögen sich nicht zurück.
Die stellvertretende DRK-Kreisverbandsvorsitzende, Herta Terwey, sprach von einem Nachmittag mit hohem Niveau und vortrefflichem Unterhaltungswert. Nach ihren Erläuterungen zählt das internationale Rote Kreuz in mehr als 170 Ländern der Welt rund 10 Millionen Mitglieder. 300000 seien davon ehrenamtlich tätig und zirka 100000, davon 500 in der Grafschaft Bentheim, im Jugendrotkreuz organisiert. Millionen von Stunden würden pro Jahr mit großem Engagement freiwillig geleistet. "Zahlen, die verdeutlichen, wie großartig, bedeutend und hochaktuell die Idee von Henry Dunant auch heute noch für die Menschheit ist", so die stellvertretende DRK-Kreisvorsitzende. Diese ehrenamtlichen Helfer/innen seien für das Rote Kreuz eine wesentliche Säule.
Entscheidend für das Ehrenamt ist nach Aussage Herta Terweys die notwendige ideelle Unterstützung und Anerkennung durch die Gesellschaft. Der Staat müsse Rahmenbedingungen schaffen für die steuerrechtliche Besserstellung des Geldspenders gegenüber dem ehrenamtlichen "Zeitspender". Das DRK investiere stark in die Aus- und Fortbildung, welches wegen der Arbeits- und Hilfsmittel nicht zum Nulltarif gehe. "Die Solidarität der vielen Spender ist unsere Hoffnung und Stütze, wo der Staat keine Gewährleistung bringt", so Herta Terwey. Sie dankte dem Ortsverein Gildehaus für die Ausrichtung und den vielen Helfer/innen "für ihren Einsatz im Zeichen der Menschlichkeit – gegen Isolation und Vereinsamung".
Zum Schluss der Veranstaltung reichten Kinder vom Jugendrotkreuz Gildehaus allen Besuchern beim Verlassen des Dorfgemeinschaftshauses einen kleinen Ostergruß in Form einer Narzisse.