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Günter Alsmeier neuer Chef im Rathaus

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 08.11.2001

Es war ein Amtsantritt auf leisen Sohlen: Ohne irgendein Aufheben und fast wie selbstverständlich hat Günter Alsmeier am 1. November seinen Dienst als erster hauptamtlicher Bürgermeister Bad Bentheims begonnen. Auf dem Chefsessel im Rathaus möchte er möglichst zwei Amtsperioden sitzen.

Von Peter Zeiser
Bad Bentheim. Mit dem Wechsel vom Finanzamt ins Rathaus ist Alsmeier endgültig aus dem Dienst des Landes ausgeschieden und nicht mehr Beamter auf Lebenszeit. 38 Jahre war er in seinem erlernten Beruf tätig. Beim Abschied von den Kollegen im Finanzamt, mit denen er gut zusammengearbeitet habe, habe schon Wehmut mitgeschwungen, sagte der 55-Jährige am Dienstag im Gespräch mit den GN.
Mit 60 Prozent der Stimmen hatte der CDU-Kandidat die Bürgermeisterwahl klar gewonnen. Eine formale Ernennung oder Amtseinführung sieht das Gesetz nicht vor. Alsmeier musste bislang lediglich schriftlich erklären, dass er das Bürgermeisteramt zum 1. November annimmt. In der konstituierenden Sitzung des neuen Rates am 19. November wird er aber noch vereidigt, was nur dann nicht nötig wäre, wenn er schon als Beamter der Kommune tätig war, wie etwa sein Amtskollege Alfons Eling in Wietmarschen.
Im Rathaus, wo er sehr freundlich aufgenommen worden sei, setzt Alsmeier auf Teamarbeit. Die Verwaltung sei ausreichend besetzt, die Mitarbeiter motiviert und kompetent. Neueinstellungen seien bis auf eine Vertretung im Sekretariat nicht vorgesehen. Wie schon als ehrenamtlicher Bürgermeister, will Alsmeier für die Bürger immer ansprechbar sein – auch außerhalb der Dienstzeiten. "Ich möchte ein offenes Rathaus für den Bürger", betonte er.
Um Klarheit darüber zu haben, was sich die Stadt künftig leisten kann, hat sich der neue hauptamtliche Bürgermeister an seinen ersten Arbeitstagen mit den Finanzen beschäftigt. Die letzten Daten für den Haushalt 2002 werden zurzeit gesammelt. Der Rohentwurf soll Ende dieser Woche vorliegen. Der neue Rat wird nach seiner Konstituierung mit der Etatberatung beginnen können.
Für dringend erforderlich hält Alsmeier die Erweiterung und Neuausweisung von Gewerbegebieten, insbesondere im Südenosten der Stadt, zur A31 hin. Er hofft auf weiter steigende Gewerbeeinnahmen durch das Gewerbegebiet an der A30 in Westenberg. "Hoffnungsfroh" stimmt ihn, dass sich bei ihm nach seinem Amtsantritt vier Firmeninhaber gemeldet haben, die in Bad Bentheim neue Niederlassungen gründen oder dorthin verlagern wollen.
Intensiv weiter verfolgt würden auch die Planungen für den Ferienpark beim Gut Langen, erklärte Alsmeier weiter. Die Stadt wolle und werde das Vorhaben realisieren. Für den Fremdenverkehr seien damit große Chancen verbunden, da es bisher vor Ort kein ausreichendes Urlaubsangebot für Familien gebe. Anhaltspunkte, die Zweifel daran aufkommen ließen, dass die bisherigen Projektentwickler Hochtief und Gran Dorado das Vorhaben nicht mehr realisieren wollten, gebe es nicht.
Auch wenn die Stadt wegen ihres defizitären Verwaltungshaushalts mit ausgabenwirksamen Entscheidungen vorsichtig sein müsse, sollte nach Auffassung Alsmeiers die Stadtsanierung zum Abschluss gebracht werden. Dazu gehöre die Sanierung der Gildehauser Straße und einiger Stiegen. Ein Anliegen des neuen Bürgermeisters ist es ferner, die Ortsteile stärker in den Fremdenverkehr einzubinden. Die Landschaft rund um die Stadt sei intakt und interessant. Die dank der Wirtschaftswege gute Infrastruktur sollte mehr für den Radtourismus genutzt werden. In dem Zusammenhang begrüßte Alsmeier die Iniativen der Landfrauen, etwa mit dem Grafschafter Bauerndiplom, die er gerne unterstütze.

Aufwärts mit Bad Bentheim

Am 9. September 2001 wurde eine für meine Heimatstadt Bad Bentheim wichtige Entscheidung getroffen. Für den Stadtrat erzielte die CDU ein bisher in Bad Bentheim unübertroffenes Ergebnis. Mit 55,37 (vor 5 Jahren 45,31)% erzielte die CDU eine komfortable absolute Mehrheit. Auf die anderen Parteien entfielen: SPD 35,31 (40,46)%, GRÜNE 5,59 (8,59)% FDP 3,74 (5,64)%. Das ergibt folgende Sitzverteilung: CDU 17 (15), SPD 11 (13), Grüne 1 (2), FDP 1 (1) von 30 (31).

60,03 % der Wähler wählten mich zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister.
Auf die Mitbewerber entfielen: Wilfried Schnitker (SPD) 30,5 %, Michael Aßmann (Grüne) 6,8 %, Jörg Dehnert (FDP) 2,6 %.
Für das mir bei der Wahl entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich bei allen Wählerinnen und Wählern. Das Ergebnis, das Realität geworden ist, ist ein Erfolg, von dem ich nicht zu träumen gewagt habe. Es ist für mich eine Herausforderung und eine Verpflichtung, dieses Vertrauen umzusetzen, umzusetzen in Pläne, Perspektiven, kurzfristige und mittelfristige Konzepte.

Wichtig ist mir die Weiterentwicklung des Fremdenverkehrs. Dazu gehört auch die Attraktivitätssteigerung der Ortskerne. Ein gut ausgebautes Wirtschaftswegenetz kann auch für Radtouristen anziehend sein. Das Gewerbegebiet an der A 31 soll erweitert werden, und an der A 30/B 403 sehe ich mit einem neuen Gewerbegebiet gute Entwicklungsmöglichkeiten. Ich werde meine Kraft und meine Erfahrungen für die Entwicklung meiner Heimatstadt einsetzen. Dabei setze ich vor allem aber auch auf den offenen Dialog mit allen Bürgerinnen und Bürgern. Denn nur gemeinsam mit den Menschen und Institutionen der Stadt können wir die Zukunft Bad Bentheims gestalten.

Der großartige gemeinsame Wahlerfolg ist auf die erfolgreiche Zusammenarbeit der Fraktion und des Vorstandes der Bad Bentheimer CDU zurückzuführen. Die Kandidatinnen und Kandidaten der CDU für die Kommunalwahl haben gemeinsam für den Wahlerfolg gearbeitet. Dies ist dank der Harmonie, die die Zusammenarbeit bestimmte, gelungen. Es hat Spaß gemacht, mit dieser homogenen Gruppe zusammen zu arbeiten. Leider können nicht alle Bewerber im Rat vertreten sein. Bei den Bewerbern, denen es nicht gelungen ist, einen Sitz im Stadtrat zu erlangen, bedanke ich mich ganz besonders. Auch sie haben einen beachtlichen Beitrag zum Erfolg geleistet.

In der neuen CDU-Fraktion wird es neun neue Gesichter geben. Gemeinsam mit den acht „alten Hasen" werden wir die Zukunft unserer Stadt gestalten. Das gute Wahlergebnis ist ein Zeichen dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es wird uns aber nicht übermütig machen. Denn die Verantwortung für unsere Stadt tragen wir gemeinsam mit den Vertretern der anderen Parteien.

Die sogenannten Wahlkampfthemen haben bei den Diskussionen der Bürgermeisterkandidaten kaum Differenzen erkennen lassen. Das macht mich optimistisch für die Zukunft. Allen Ratsdamen und Ratsherren biete ich unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit eine vertrauensvolle Zusammenarbeit an. Lassen Sie uns gemeinsam dafür Sorge tragen, dass es mit Bad Bentheim weiter aufwärts geht.

"Haus der Diakonie" in Bad Bentheim eröffnet – Diakonischer Dienst schuf Räume für die Kurzzeitpflege – "Neubau echter Gewinn für die Stadt"

Artikel von Peter Zeiser in den Grafschafter Nachrichten vom 27. Aug. 2001

Bad Bentheim. Mit dem Neubau neben seiner Sozialstation in der Straße "Am Wasserturm" beendet der von den evangelischen Kirchengemeinden gegründete Diakonische Dienst seinen Umzug in die Innenstadt. Bisherige Standorte waren anfangs das "Paulinchen" und danach die Pension "Altes Wasserwerk". Dort wird Mitte dieser Woche die so genannte Kurzzeitpflege aufgegeben, denn im Stadtzentrum entstanden dafür 17 neue Plätze.

Zwei Millionen Mark hat der Diakonische Dienst in seine neuen Räume investiert. Damit will die diakonische Einrichtung nach den Erläuterungen des Beiratsvorsitzenden Ludwig Weinberg ihre bewährte Arbeit fortführen und zugleich neue Wege gehen. In Bad Bentheim wolle man ein besonderes Angebot verwirklichen. Es bestehe in der "lokalen Kombination" von Sozialstation, Kurzzeitpflege und Service-Wohnen in jeweils eigenständigen Häusern. Die angrenzende neue Seniorenwohnanlage auf dem früheren Feuerwehrgelände mit ihren 32 Wohnungen für ältere Menschen, die zum Teil schon belegt ist, werde vom Diakonischen Dienst betrieben. Die Nachbarschaft dieser drei Einrichtungen biete Vorteile für die Mitarbeiter als auch für die Bewohner.

Einen Anspruch auf stationäre Kurzzeitpflege haben Pflegebedürftige, wenn für einen begrenzten Zeitraum die häusliche Pflege nicht erbracht werden kann und auch eine teilstationäre Pflege nicht möglich ist. Die Kurzzeitpflege gewährt eine 24-stündige Versorgung in einer dafür zugelassenen Einrichtung.

"Der Kauf des Hauses war ein schwerer Brocken, aber wir sind zuversichtlich, es mit Gottes Hilfe zu schaffen", sagte Weinberg und bedankte sich bei der Stadt für die gute Zusammenarbeit und bei der Firma Gels, Müller & Partner aus Nordhorn für die zügige Arbeit. Manfred Müller und Erwin Veenhuis als Vertreter dieses Unternehmens, das auch die große Service-Wohnanlage errichtet hat, übergaben zur Eröffnung den symbolischen Schlüssel an die Mitarbeiterinnen in der Kurzzeitpflege des Diakonischen Dienstes.

Die enormen Anforderungen, die das Bauprojekt stellte, umriss Firmenmitinhaber Gels. In exponierter Lage seien attraktive Wohnungen für ältere Menschen geschaffen worden, sagte er. Der Neubau revidiere viele herkömmliche Vorstellungen von Seniorenpflege.

Beeindruckt von dem Neugeschaffenen zeigte sich Bürgermeister Alsmeier. Die neuen Gebäuden, in die insgesamt zehn Millionen Mark investiert worden seien, würden zur weiteren Belebung der Innenstadt beitragen. Der Diakonische Dienst habe mit der Konzentration seiner Angebote in der Innenstadt eine richtige Entscheidung getroffen. Professionalität, Weitsicht und Engagement bescheinigte er den Verantwortlichen und den Mitarbeitern der diakonischen Einrichtung, die wichtiger Bestandteil der sozialen Infrastruktur am Ort sei und an Bedeutung immer mehr zunehmen werde.

Begonnen hatte die Eröffnungsfeier des Hauses der Kurzzeitpflege mit einer Andacht von Pastor im Ruhestand Helmut Müller aus Gildehaus. Nach seinen Worten lebt in jeder Hilfereichung in dem neuen Haus das Evangelium von dem Gott, der uns Menschen gut ist und zugute handelt. Die entstandene Einrichtung sei ein "unübersehbares Zeichen des Evangeliums, der guten Botschaft von dem Gott der Gnade und des Erbarmens".

Die Glückwünsche des Diakonischen Werkes in Leer an die Planer und Handwerker des "diakonischen Großprojektes" übermittelte Wolfgang Wagenfeld. Dem neuen Angebot der Diakonie in der Kurzzeitpflege ist nach seinen Worten ein gelungener Rahmen gegeben worden. Die Investoren hätten Mut bewiesen und unter Beweis gestellt, machte Wagenfeld deutlich, dass auch in Zeiten großer wirtschaftlicher Zwänge neue Projekt angepackt werden könnten zum Wohle der Hilfebedürftigen.

"Dies ist ein besonderer Tag für alle, denen der Diakonische Dienst am Herzen liegt", freute sich Pastor Hans-Jürgen Schmidt aus Bad Bentheim, der im Namen aller Obergrafschafter Kirchengemeinden zur Eröffnung gratulierte. Der Neubau solle ein lebendiges Zeugnis für gelebten Glauben sein. "Diakonie ist gelebter Glaube, Glaube konkret", fügte Schmidt hinzu.

Lukas-Mühle wird zum Hartmann-Museum

Peter Zeiser in den Grafschafter Nachrichten vom 18. Aug. 2001

Gildehaus. Friedrich Hartmann ist am 15. Dezember 2000 im Alter von 88 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Schon in den letzten Jahren konnte er wegen seiner Krankheit kaum noch in sein Atelier gelangen. Die Lukas-Mühle war der Mittelpunkt seines Lebens als Künstler in Gildehaus und ein Anziehungspunkt für viele seiner Freunde. Deshalb wollte er, dass sie auch nach seinem Tod in der von ihm hinterlassenen Form mit dem Atelier und einer Gemäldesammlung interessierten Besuchern, insbesondere aber seinen Freunden von nah und fern zugänglich bleibt.
Der von Friedrich Hartmann zum Testamtentsvollstrecker ernannte Günter Tangenberg aus Gildehaus bemühte sich, die testamentarischen Anordnungen in die Tat umzusetzen. Für die geplante Gründung des Museums, das natürlich den Namen des Verstorbenen tragen soll, ist ein Rechtsträger nötig. Deswegen wird ein Idealverein gegründet. Das geschieht am 14. September um 20 Uhr im "Niedersächsischen Hof" in Gildehaus. Tangenberg hofft, möglichst viele Freunde des verstorbenen Malers begrüßen zu können. Es sei ihm leider nicht möglich gewesen, jeden persönlich einzuladen. Willkommen bei der Gründungsversammlung sei jeder Interessierte.
Vereinszweck soll neben der Trägerschaft insbesondere der Betrieb des Museums sein und dabei die Einrichtung und Unterhaltung einer Gemäldeausstellung mit Hartmanns Werken sowie die Auflistung aller von dem Künstler angefertigten Werke, wozu auch die Gestaltung von sakralen Räumen gehört. Tangenberg: "Der Verein wird lange zu tun haben, das umfangreiche Gesamtwerk Hartmanns zu erfassen."
Wann das Museum eröffnet wird, steht noch nicht fest. "Sicher werden noch einige Monate ins Land gehen, bis es soweit ist", sagte Tangenberg am Dienstag bei der Vorstellung des Projekts in der Lukas-Mühle, woran auch Vertreter der Stadt und die Frau des verstorbenen Malers, Margret Hartmann-Hafner, teilnahmen. Der Eröffnungstermin werde insbesondere davon abhängen, hieß es, wann die noch erforderlichen Arbeiten vorgenommen werden können. Dazu gehören ein Wasseranschluss, die Nachrüstung der sanitären Anlagen und die Fortführung der Straßenbeleuchtung bis zur Mühle.
Die Kosten dafür in Höhe von 37000 Mark, inklusive einer Anschubfinanzierung, übernimmt die Stadt. Der städtische Verwaltungsausschuss hat dem künftigen Museumsverein auch zugesichert, die Bewirtschaftungskosten – pro Jahr etwa 7000 Mark – zu übernehmen. Damit ist die wirtschaftliche Existenz des geplanten Museums in einem wesentlichen Bereich gesichert.
Nach den Worten von Bürgermeister Günter Alsmeier wäre das Projekt ohne ehrenamtliches Engagement nicht möglich. Mit dem Museum werde ein zusätzlicher Anziehungspunkt in der Stadt geschaffen und auch dem Konzept des Landkreises, der eine dezentrale Museumsstruktur will, entsprochen. Stadtdirektor Jürgen Bußmann wies darauf hin, dass das städtische Verkehrsamt eine "Kulturroute" für den Ortsteil Gildehaus erarbeiten und dazu eine Broschüre herausbringen werde. Damit sollen Interessierte auch zu Gebäuden geführt werden, bei denen weitere Hartmann-Arbeiten wie Mosaiken zu sehen sind. Die reformierte Kirche und die Friedhofskapelle in Gildehaus gehören etwa dazu.
Die 1720 aus Bentheimer Sandstein errichtete Gildehauser West-Windmühle, die kurz vor Kriegsende nach dem Beschuss durch kanadische Truppen völlig ausbrannte, hatte Hartmann 1948 erworben und ausgebaut. Er benannte sie nach dem Evangelisten Lukas, der im Mittelalter von den Lukas-Gilden als Schutzpatron der Maler verehrt wurde. Bis 1963 hat der in Siegen geborene Maler die Mühle auch mit seiner fünfköpfigen Familie bewohnt. Danach diente sie dem Künstler ausschließlich als Atelier.
In den vergangenen Jahren war es still geworden in der Mühle, da der Maler schwer erkrankte. In seinem Atelier waren Besucher stets willkommen. Der Künstler hatte nach den Worten Tangenbergs immer Zeit für Gespräche und ermöglichte es jedem Besucher, eines seiner Gemälde zu erwerben, wobei er beim Kaufpreis auf die finanziellen Möglichkeiten seiner Freunde Rücksicht nahm.
Ab September 1999 wurde das Innere der Lukas-Mühle in mühevoller Arbeit restauriert und eine Gasheizung installiert. Die Arbeiten sind im Wesentlichen abgeschlossen. Mit großem Engagement sorgte Margret Hartmann-Hafner dafür, dass die noch vorhandenen Gemälde sortiert und ihren Platz in der Mühle fanden. Auch der Arbeitsplatz des Malers blieb in der gewohnten Form erhalten.

CDU Bentheim will Einnahmesituation der Stadt verbessern

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 10.07.2001

Die Bad Bentheimer CDU hat für die Stadtratswahl am 9. September ihr Wahlprogramm beschlossen. Die Mitgliederversammlung verabschiedete in der vergangenen Woche im Hotel Berkemeyer ein Sieben-Punkte-Papier. Es steht unter dem Motto "Zu Hause fängt die Zukunft an – Bad Bentheim gestalten".

Zu den Zielen gehören die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Förderung des Fremdenverkehrs. Die sieben Schwerpunkte heißen: "Zukunft für unsere Kinder und Enkel", "Chancen für die Jugend/Heimat für die Älteren", "Arbeitsplätze für viele Menschen", "städtebaulich vorankommen", "solide Finanzen", "Spielraum für Kultur", "Gastfreundschaft für viele".
An der B 403 und in der Nähe der A 31 will die CDU neue Flächen für die An- und Umsiedlung von Gewerbebetrieben zur Verfügung stellen. Das Gewerbegebiet an der A30/K26 in Westenberg soll erweitert werden. Der Landwirtschaft will die CDU dadurch helfen, dass Wirtschaftswege ausgebaut werden, der "Urlaub auf dem Bauernhof" gefördert und das vorliegende Landnutzungskonzept in den Stadtentwicklungsplan einbezogen wird.
Die Christdemokraten wollen städtische Schulden abbauen und die Einnahmesituation verbessern. Die Aufnahme neuer Kredite soll vermieden werden. Bei kommunalpolitischen Entscheidungen will die CDU stets die Folgekosten berücksichtigt wissen.
Einstimmig beschloss die Mitgliederversammlung eine Erweiterung der CDU-Stadtratsliste auf 31 Kandidaten. Das Durchschnittsalter der Kandidaten beträgt 42,9 Jahre.

Kein Bauplatzmangel in Bad Bentheim

Von Irene Schmidt
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 24.04.2001

Bad Bentheim. In Bad Bentheim wird es auf absehbare Zeit keinen Mangel an Bauplätzen geben. Das stellte der Geschäftsführer der Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft (GEG) und amtierende Stadtdirektor, Jürgen Bußmann, gestern während des offiziellen "Ersten Spatenstichs" für das Baugebiet Pieper-Werning fest. In dem größten Baugebiet der Stadt und "wahrscheinlich auch im Landkreis", so Bußmann, könne der Bedarf für die nächsten Jahre gedeckt werden. Für ein weiteres großes Wohnbaugebiet habe der Stadtrat bereits "die Weichen gestellt".

Im Beisein von Vertretern des Rates, der Verwaltung, aus Behörden und Bauunternehmen gab Bußmann in seiner Funktion als Geschäftsführer der GEG einen Überblick über den Stand der Vorbereitungen für das neue Wohngebiet, das nach den Vorstellungen des Rates die Kernstadt Bad Bentheims mit dem Stadtteil Gildehaus verbinden soll.

Insgesamt umfasst das Gebiet 15,8 Hektar Fläche. Elf Hektar groß ist die reine Wohnbaufläche, zehn davon sind in städtischem Eigentum. 1,5 Hektar werden für den Straßenbau benötigt, 1,2 Hektar für den Lärmschutzwall zur Rheiner Straße (L 39) und 1,4 Hektar für öffentliche Flächen.

Insgesamt entstehen 155 Baugrundstücke, die zwischen 420 und 1120 Quadratmeter groß sind. "Der Bebauungsplan ist "flexibel gestrickt", sagte Bußmann: Die zukünftigen Bauherren haben die Möglichkeit, auf die Größe ihrer Grundstücke Einfluss zu nehmen. Da die Stadt annimmt, dass mehrere Grundstücke mit Doppelhäusern bebaut werden, können im Baugebiet Pieper-Werning bis zu 200 Wohneinheiten entstehen.

Mit der Vermarktung der Baugrundstücke beginnt die Stadtverwaltung voraussichtlich im Mai, so dass die ersten Wohnhäuser noch in diesem Jahr entstehen können. Die Gesellschafterversammlung der GEG werde in Kürze die Grundstückspreise festlegen, kündigte Bußmann an. Wie beim Baugebiet Weidenweg werde es eine Preisstaffel geben, die von der Lage des jeweiligen Grundstücks abhängig ist. Wer ein Komplettpaket der GEG erwirbt, bekommt sein Grundstück zu einem Preis, in dem die Kosten für Erschließung, Vermessung und die Anschlusskosten bereits enthalten sind. Ansprechpartner in der Stadtverwaltung ist Heinz-Gerd Bökenfeld. Der Stadt lägen bereits über 80 Anfragen vor, berichtete Bußmann. Allein etwa 50 Niederländer bekundeten Interesse in Bad Bentheim zu bauen.

Bevor jedoch einzelne Bauherren den ersten Spatenstich für ihr Haus vornehmen, muss die Infrastruktur stehen. Voraussichtlich werde in zwei Bauabschnitten vorgegangen, erklärte Bußmann. Zuerst wird die Kreuzung der Rheiner Straße mit der Bentheimer Straße und der Wasserwerkstraße umgestaltet, so dass sich Bentheimer und Wasserwerkstraße genau gegenüber liegen. Von Bad Bentheim aus wird es eine Linksabiegerspur in die Bentheimer Straße geben. Aus Richtung Gildehaus soll später jederzeit ebenfalls eine Linksabbiegerspur in die Wasserwerkstraße ausgewiesen werden können. Die neue Trasse der Bentheimer Straße von der L 39 aus ist auf der benachbarten Wiese bereits abgesteckt.

In Kürze können dann auch die Bauarbeiten für das neue Vereinsheim der DRK Ortsverbände Bad Bentheim und Gildehaus beginnen. Sein Standort liegt dicht an der Rheiner und dem alten Verlauf der Bentheimer Straße. Der ehemalige Bauernhof Pieper-Werning, der lange Zeit von einer Wohngruppe des Eylarduswerks genutzt wurde, wird in Kürze abgerissen.

Die Projektleitung liegt in Händen des Nordhorner Büros Lindschulte und Partner.

Bürgermeister Günter Alsmeier nahm gestern Vormittag mit einem Bagger den ersten "Spatenstich" vor. Aber schon bald werden Bauarbeiter und Handwerker ihren Arbeitsplatz auf der "Großbaustelle" haben. GEG-Geschäftsführer Jürgen Bußmann berichtete, dass die Grundstücksgesellschaft damit ihr drittes großes Projekt seit ihrer Gründung vor rund drei Jahren in die Hand nehme. Durch die lebhafte Bautätigkeit in Bad Bentheim habe die örtliche Bauwirtschaft alljährlich auf ein Auftragsvolumen von rund zehn Millionen Mark zurückgreifen können. Wenn der letzte Platz im Bereich Pieper-Werning in etwa drei bis sechs Jahren bebaut ist, wird sich das Auftragsvolumen durch die GEG insgesamt auf rund 100 Millionen Mark belaufen haben.

Allein für dieses Projekt hat die Gesellschaft mehr als zehn Millionen Mark vorfinanziert. "Ich gehe davon aus, dass die ersten Refinanzierungsmittel durch Grundstücksverkäufe ab Juni fließen", erläuterte Bußmann. Noch bevor der Euro eingeführt sei, werde ein Großteil der Grundstücke verkauft sein.

Stadt saniert Bürgergarten und Schlosspark

Von Peter Zeiser
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 21.04.2001

Bad Bentheim. Mit der grundlegenden Renovierung der beiden Parkanlagen, die vom städtischen Eigenbetrieb Fremdenverkehr finanziert wird, befassen sich die Bad Bentheimer Ratsgremien schon seit längerem. Sie wird für dringend erforderlich gehalten, um die Substanz der Anlagen zu erhalten und ihre Attraktivität für Bürger und Gäste zu erhöhen. Aus eigener Kraft kann die Kommune die beiden Projekte jedoch nicht verwirklichen. Sie ist auf Zuschüsse angewiesen.

Für den Bürgergarten liegt inzwischen ein Zuwendungsbescheid des Amtes für Agrarstruktur vor. Danach übernimmt die Europäische Union über das Förderprogramm "Pro Land" die Hälfte der veranschlagten Kosten von rund 150000 Mark. Ende Mai oder Anfang Juni wird mit der Maßnahme begonnen.

Ebenso wie beim Schlosspark ist der Bad Bentheimer Landschaftsplaner, Diplom-Ingenieur Heiner Monninkhof, mti den fachlichen Vorbereitungen beauftragt worden. Vorgesehen ist im Bürgergarten, verschiedene Sandsteintrockenmauern in Stand zu setzen. Der Arbeitsaufwand ist dabei sehr unterschiedlich. So müssen in einigen Bereichen nur kleinere Reparaturen vorgenommen werden, während die Trockenmauern an anderen Stellen vollständig abgetragen und neu aufgeschichtet werden müssen. Teilweise sind Wurzeln zu entfernen und die obersten Mauerschichten mit Mörtel zu befestigen. Geplant ist ferner, die Waldwege auszubessern und dort Gefahrenstellen zu beseitigen. Die Wege sollen auf jeden Fall in ihrer "natürlichen Art" erhalten bleiben. Außerdem wird die "landschaftsuntypische" Fichtenschonung unterhalb der Sichtschneise am Mühlenberg beseitigt und durch standortgerechte Laubgehölze und Sträucher ersetzt.

Den Schlosspark will die Stadt in zwei Bauabschnitten sanieren. Die Kosten für den ersten Abschnitt werden mit rund 520000 Mark, die für den zweiten mit rund 220000 Mark beziffert. Bei der Bezirksregierung wurden für das Projekt inzwischen Landesmittel beantragt. Auch beim Landkreis wird Bad Bentheim nach Auskunft von Stadtdirektor Jürgen Bußmann vorstellig werden und einen Antrag auf Wirtschaftsfördermittel stellen. Zur Begründung wies Bußmann gegenüber den GN darauf hin, dass der Fremdenverkehr ein wichtiger Bestandteil der städtischen Wirtschaftsförderung sei. Rund 1700 der 4500 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Bad Bentheim seien direkt oder indirekt vom Fremdenverkehr abhängig.

"Wir rechnen uns gute Chancen auf Fördermittel aus", so der Stadtdirektor weiter. Sollte bis Mitte August noch keine Entscheidung der Zuschussgeber vorliegen, werde die Stadt die Zustimmung der Zuschussgeber zum vorzeitigen Baubeginn einholen, da die Maßnahme nicht mehr aufgeschoben werden könne.

Den ersten Bauabschnitt will die Stadt bis zum Beginn der übernächsten Fremdenverkehrssaison im Mai des kommenden Jahres verwirklichen. Er umfasst den historischen Bereich des Schlossparks direkt unterhalb der Burg, wobei der Parkplatz ausgenommen ist. Die Planungen sehen vor, die teilweise erheblich beschädigten Gehwege neu zu pflastern sowie das Parkmobiliar (Sitzbänke , Tische, Papierkörbe) und die Beleuchtung zu erneuern. Außerdem soll das WC-Gebäude innen und außen vollständig saniert werden. Dabei ist unter anderem geplant, das Klinkermauerwerk zu verputzen, eine neue Dachvertäfelung anzubringen und die Fenster zu erneuern. Beim Toilettengebäude soll zudem eine "Entsorgungsmöglichkeit" für Wohnmobile und Busse geschaffen werden.

Im zweiten Bauabschnitt, mit dem frühestens im nächsten Jahr begonnen werden kann, soll dann der nördliche, zur Rheiner Straße (L39) hin gelegene Bereich des Schlossparks in Stand gesetzt werden. Erforderlich ist auch dort vor allem die Erneuerung der Wege.

Möglicherweise werden künftig im Schlosspark Kunstobjekte ausgestellt. Der Stadt liegt jedenfalls seit einiger Zeit ein entsprechendes Angebot des Bildhauers Wilfried Koch vor. Er ist bereit, Bronzeskulpturen zunächst als befristete Leihgabe im Schlosspark zu präsentieren. Koch wurde 1929 in Duisburg geboren und setzte nach seiner künstlerischen Ausbildung am Städelschen Kunstinstitut Frankfurt seine Studien für Glasmalerei, Fresko, Mosaik und freie Malerei bei Willi Baumeister und R. Henninger an der Kunsthochschule Stuttgart fort. Seit 1982 widmet er sich der Bildhauerei. Er gestaltet Skulpturen von Menschen in emotionalen und existenziellen Grenzsituationen. Im Jahre 2002 will der Künstler in Italien ausstellen. Wie er die Stadtverwaltung wissen ließ, habe er für das Jahr 2003 noch keine Ausstellung geplant. Einen Namen gemacht im In- und Ausland hat sich Koch auch als Kunsthistoriker.

Alsmeier setzt auf Kooperation im Rathaus

CDU-Ortsverband Bad Bentheim wählte 54-Jährigen gestern abend zum Bürgermeister-Kandidaten

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 29.03.2001

Bad Bentheims ehrenamtlicher Bürgermeister Günter Alsmeier tritt für die CDU als Kandidat für das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters der Stadt an. Der CDU-Ortsverband nominierte den 54-jährigen Finanzbeamten gestern abend fast einstimmig — mit 41 Ja- und einer Nein-Stimme. Der Kandidat setzt auf Kooperation in Rat und Verwaltung: Ihre Chancen könne die Stadt nur nutzen, wenn alle Fraktionen zusammenarbeiten.

Von Peter Zeiser

Bad Bentheim. Vor seiner Wahl in der Gaststätte Schulze-Berndt hatte sich Alsmeier den CDU-Mitgliedern als erfahrener Kommunalpolitiker vorgestellt, der seine politischen Aktivitäten nach der Wehrdienstzeit begann und unter anderem 1967 einen neuen Ortsverband der Jungen Union gründete. Seit Jahrzehnten ist Alsmeier in zahlreichen Gremien der Stadt tätig und seit 1996 auch im Kreistag.
Die Verwaltungsreform fortsetzen und die Bürgernähe weiter verbessern — darin sieht der 54-Jährige ebenso einen Schwerpunkt in der künftigen Arbeit wie in der weiteren Konsolidierung der städtischen Finanzen. „Wer mit dem Füllhorn über Land geht, versündigt sich an der Zukunft", sagte er und wollte damit deutlich machen, dass die Zeit sparsamen Wirtschaftens noch lange nicht vorbei ist.
Trotzdem geht es nach den Worten des CDU-Kandidaten in vielen Bereichen der Stadt aufwärts. Ein Beispiel dafür sei der Fremdenverkehr. Die Zahl der Übernachtungen (plus 16 Prozent im vorigen Jahr) und der Tagestouristen steige. Zu diesem Erfolg hätten viele Bürgerinnen und Bürger, örtliche Vereine und Organisationen beigetragen.
Plangemäß verliefen die Vorbereitungen für den Ferienpark beim Gut Langen, wo die Hochtief AG und die niederländische Gran-Dorado-Gruppe 250 Ferienhäuser errichten wollen. Im nächsten Jahr soll Alsmeier zufolge mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die Eröffnung des Parks werde zum 1. Mai 2003 angestrebt.
Einstellen müsse sich auch der Tourismus vor Ort auf die zunehmende Zahl alter Menschen, deren Bedürfnisse „Gesundheit und Kultur, Qualität und Niveau" seien. Hochtief und Gran Dorado seien deshalb gute Partner, weil sie diesen hohen Ansprüchen gerecht werden wollten. Auch die Thermalsole- und Schwefelbad GmbH passe sich dieser Tendenz an. Dort sei die Entwicklung weiterhin positiv, seien weitere Baumaßnahmen geplant, um die Anziehungskraft des Bades zu erhöhen. Die Stadt müsse weiter in ihre touristische Infrastruktur investieren. Dazu gehörten etwa die Pflege der vielen Rad und Wanderwege und die Renovierung von Schlosspark und Bürgergarten. Als weiteres wichtiges Thema nannte Alsmeier die Entwicklung der Arbeitsplätze. In der Stadt wohnten 4100 Beschäftigte, denen vor Ort 4600 Arbeitsplätze zur Verfügung stünden. „Diese positive Statistik kann uns nicht ruhen lassen." Gerade die Jugend und junge Familien bräuchten Perspektiven vor Ort, wenn es um Ausbildungs- und Arbeitsplätze gehe. Das Gewerbegebiet an der A 30 in Westenberg, wo zurzeit rund 500 Menschen beschäftigt seien, werde erneut erweitert. Weitere Gewerbeflächen stünden nördlich des Bahnhofs stadtnah zur Verfügung, neue könnten an der Ochtruper Straße im Süden der Stadt entstehen.
Der CDU-Kandidat sprach in seiner Rede auch eine Reihe von Projekten an, die die Stadt in den vergangenen Jahren verwirklicht hat. Dies sei nötig gewesen, weil der Rat zu Beginn der noch laufenden Legislaturperiode vor einem riesigen Investitionsstau gestanden habe, etwa bei den Kinderspielplätzen, bei den Grund- und Hauptschulen und bei den Feuerwehren. Viel erreicht worden sei auch durch die Sanierung der Innenstadt. In den nächsten fünf Jahren sollte die Stadt die Sanierung trotz fehlender Unterstützung durch das Land zum Abschluss bringen. Einige Straßen und Stiegen warteten dringend auf die Erneuerung.
Der CDU-Kandidat ging auch kurz auf die Bedeutung der ehrenamtlichen Tätigkeit ein, die in zahlreichen Vereinen und Verbänden in der Stadt in vielfältiger Weise geleistet werde. Beachtliches werde insbesondere für Kinder und Jugendliche getan. Die Stadt werde diese Arbeit auch künftig in besonderer Weise finanziell unterstützen.
Die Wahl des hauptamtlichen Bürgermeisters schaffe für die Bürger, den Rat und die Verwaltung eine neue Situation, die es erlaube, auf Bewährtem aufzubauen, aber auch Neues zu wagen, sagte Alsmeier zum Abschluss seiner Vorstellungsrede. Die neue Konstellation und die Beteiligung auch neuer Ratsnutglieder böten die Chance, „mit frischem Wind die Zukunft zu gestalten".
Vorgeschlagen worden war der 54-Jährige von Vorstand und Ratsfraktion der CDU. Die Ortsvorsitzende Bärbel Karkossa sagte, Alsmeier sei anerkannt und beliebt in der Bevölkerung und „unerhört fleißig". Die CDU sei stolz und froh, so einen Kandidaten zu haben.