„Haus der Diakonie" in Bad Bentheim eröffnet – Diakonischer Dienst schuf Räume für die Kurzzeitpflege – „Neubau echter Gewinn für die Stadt"

26. August 2001

Artikel von Peter Zeiser in den Grafschafter Nachrichten vom 27. Aug. 2001

Bad Bentheim. Mit dem Neubau neben seiner Sozialstation in der Straße „Am Wasserturm" beendet der von den evangelischen Kirchengemeinden gegründete Diakonische Dienst seinen Umzug in die Innenstadt. Bisherige Standorte waren anfangs das „Paulinchen" und danach die Pension „Altes Wasserwerk". Dort wird Mitte dieser Woche die so genannte Kurzzeitpflege aufgegeben, denn im Stadtzentrum entstanden dafür 17 neue Plätze.

Zwei Millionen Mark hat der Diakonische Dienst in seine neuen Räume investiert. Damit will die diakonische Einrichtung nach den Erläuterungen des Beiratsvorsitzenden Ludwig Weinberg ihre bewährte Arbeit fortführen und zugleich neue Wege gehen. In Bad Bentheim wolle man ein besonderes Angebot verwirklichen. Es bestehe in der „lokalen Kombination" von Sozialstation, Kurzzeitpflege und Service-Wohnen in jeweils eigenständigen Häusern. Die angrenzende neue Seniorenwohnanlage auf dem früheren Feuerwehrgelände mit ihren 32 Wohnungen für ältere Menschen, die zum Teil schon belegt ist, werde vom Diakonischen Dienst betrieben. Die Nachbarschaft dieser drei Einrichtungen biete Vorteile für die Mitarbeiter als auch für die Bewohner.

Einen Anspruch auf stationäre Kurzzeitpflege haben Pflegebedürftige, wenn für einen begrenzten Zeitraum die häusliche Pflege nicht erbracht werden kann und auch eine teilstationäre Pflege nicht möglich ist. Die Kurzzeitpflege gewährt eine 24-stündige Versorgung in einer dafür zugelassenen Einrichtung.

„Der Kauf des Hauses war ein schwerer Brocken, aber wir sind zuversichtlich, es mit Gottes Hilfe zu schaffen", sagte Weinberg und bedankte sich bei der Stadt für die gute Zusammenarbeit und bei der Firma Gels, Müller & Partner aus Nordhorn für die zügige Arbeit. Manfred Müller und Erwin Veenhuis als Vertreter dieses Unternehmens, das auch die große Service-Wohnanlage errichtet hat, übergaben zur Eröffnung den symbolischen Schlüssel an die Mitarbeiterinnen in der Kurzzeitpflege des Diakonischen Dienstes.

Die enormen Anforderungen, die das Bauprojekt stellte, umriss Firmenmitinhaber Gels. In exponierter Lage seien attraktive Wohnungen für ältere Menschen geschaffen worden, sagte er. Der Neubau revidiere viele herkömmliche Vorstellungen von Seniorenpflege.

Beeindruckt von dem Neugeschaffenen zeigte sich Bürgermeister Alsmeier. Die neuen Gebäuden, in die insgesamt zehn Millionen Mark investiert worden seien, würden zur weiteren Belebung der Innenstadt beitragen. Der Diakonische Dienst habe mit der Konzentration seiner Angebote in der Innenstadt eine richtige Entscheidung getroffen. Professionalität, Weitsicht und Engagement bescheinigte er den Verantwortlichen und den Mitarbeitern der diakonischen Einrichtung, die wichtiger Bestandteil der sozialen Infrastruktur am Ort sei und an Bedeutung immer mehr zunehmen werde.

Begonnen hatte die Eröffnungsfeier des Hauses der Kurzzeitpflege mit einer Andacht von Pastor im Ruhestand Helmut Müller aus Gildehaus. Nach seinen Worten lebt in jeder Hilfereichung in dem neuen Haus das Evangelium von dem Gott, der uns Menschen gut ist und zugute handelt. Die entstandene Einrichtung sei ein „unübersehbares Zeichen des Evangeliums, der guten Botschaft von dem Gott der Gnade und des Erbarmens".

Die Glückwünsche des Diakonischen Werkes in Leer an die Planer und Handwerker des „diakonischen Großprojektes" übermittelte Wolfgang Wagenfeld. Dem neuen Angebot der Diakonie in der Kurzzeitpflege ist nach seinen Worten ein gelungener Rahmen gegeben worden. Die Investoren hätten Mut bewiesen und unter Beweis gestellt, machte Wagenfeld deutlich, dass auch in Zeiten großer wirtschaftlicher Zwänge neue Projekt angepackt werden könnten zum Wohle der Hilfebedürftigen.

„Dies ist ein besonderer Tag für alle, denen der Diakonische Dienst am Herzen liegt", freute sich Pastor Hans-Jürgen Schmidt aus Bad Bentheim, der im Namen aller Obergrafschafter Kirchengemeinden zur Eröffnung gratulierte. Der Neubau solle ein lebendiges Zeugnis für gelebten Glauben sein. „Diakonie ist gelebter Glaube, Glaube konkret", fügte Schmidt hinzu.

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