Sanierung der AFH: Unsere Position zum Nachlesen

Zu den großen aktuellen Herausforderungen der Stadt Bad Bentheim gehören die Handlungsbedarfe an den Standorten von Realschule und Grund- und Hauptschule Gildehaus sowie die in die Jahre gekommene Armin-Franzke-Halle. Es ist absolut in Ordnung, dass hier unterschiedliche Lösungen favorisiert werden! Hier begründen wir unsere Position ausführlich.

Die Ausgangslage

Aktuell diskutieren wir die Zusammenlegung von Real- und die Hauptschule als ein künftiges „Schulzentrum“ zwischen den Ortsteilen. Das wird nur mit einer großen finanziellen Investition möglich sein. Ein gemeinsamer Schulstandort der beiden weiterführenden Schulen in städtischer Trägerschaft ist aus unserer Sicht ohne Alternaitve, denn es erhöht unsere Flexibilität, wenn sich beispielsweise die Schulgrößen oder die Schulpolitik des Landes ändern. Zudem fördert ein Schulstandort zwischen den Ortsteilen das Zusammenwachsen unserer Stadt und befreit Wohngebiete von Verkehrsbelastung.

Wenn ein solches Schulzentrum im Hagelshoek entsteht, gehört aber auch dort zwingend eine Sporthalle dazu – und zwar eine Halle für rund 700 Schülerinnen und Schüler, die künftig weder vorrangig Tennis spielen noch Schwimmen gehen, noch zu jeder Sportstunde irgendwohin mit dem Bus transportiert werden können.

Gleichzeitig besteht am Mühlenberg dringlicher Handlungsbedarf.

 
Variante „Alles auf den Mühlenberg“

Würden wir nun am Mühlenberg für knapp 6 Millionen Euro eine extragroße Drei-Feld-Wettkampfhalle erstellen, hätte das zunächst zwei Folgen: a) Das Geld würde für eine Sporthalle für die Haupt- und Realschüler fehlen. b) Für weitere Investitionen in den Sport in Gildehaus ständen nach einer solchen Maximalausgabe zu Gunsten des Wettkampfsportes auf Jahre keine Mittel mehr zur Verfügung.

Hinzu kommt: Die Erfahrungen auch bei uns in Bad Bentheim zeigen, dass Sporthallen mit Wettkampf-Potenzial (und somit mit einem deutlich gesteigerten Verkehrsaufkommen) häufig auch massive Anwohnerproteste nach sich ziehen. Wir befürchten deshalb auch für die Maximallösung „Wettkampfhalle am Mühlenberg“ große Probleme. Es ergäbe sich ein deutlich erhöhtes Verkehrsaufkommen an PKWs (z.B. die Mühlenbergstraße hinauf) und Bussen. Rund um den Mühlenberg müssten neue Parkplätze angelegt werden mit einer nicht zu unterschätzenden Geräuschbelastung an Wochenenden für die Anlieger am Mühlenberg.

Eines darf auch nie aus dem Blickfeld geraten: Bad Bentheim ist eine der beiden Grafschafter Städte, die aufgrund ihrer aufgelaufenen Schulden bereits unter Finanzaufsicht gestellt ist. Dass 2018 zum ersten Mal etwas Licht aufleuchtet, darf uns nicht übermütig werden lassen. Politik heißt manchmal leider auch: es geht nicht alles. Alles andere wäre unverantwortlich.


Die Lösung der Gruppe (CDU und FDP im Bad Bentheimer Rat)

  1. Wir stellen rund 1 Millionen Euro im städtischen Haushalt zur Verfügung, um die Armin Franzke-Halle vernünftig zu sanieren. Das Burg-Gymnasium (aus den 60ern) wurde in den vergangen Jahren bereits beispielhaft saniert. Wir stehen dabei voll hinter der Aussage unseres Bürgermeisters, wenn er sagt „Bei der Hallensanierung wird es nicht bei einer oberflächlichen Retuschierung bleiben können.“ Diese Sanierung ist nach ersten Untersuchungen, die der Bürgermeister aber wochenlang den Ratsmitgliedern nicht zugänglich gemacht hat, obwohl sie ihm vorlag, in diesem Kostenrahmen realistisch und hat gute Chancen, mit 250.000 Euro gefördert zu werden. Sollte entgegen der ersten Einschätzungen eine Sanierung nicht sinnvoll möglich sein, wäre unser „Plan B“ der Neubau einer Funktionshalle. Die hierfür erforderlichen Mehrkosten würden dann aber zu Lasten anderer Sportinvestitionen in Gildehaus (siehe 2.) gehen müssen.
  2. Wir stellen darüber hinaus zusätzlich 1 Millionen Euro im städtischen Haushalt bereit, um am Mühlenberg Räume zu schaffen für Gymnastik, Gesundheit, Fitness. Eine solche Investition war von TuS und SG ja schon im Frühjahr gewünscht, ursprünglich am Romberg. Diese Investition hat gute Chancen, mit 500.000 EUR aus der Dorferneuerung gefördert zu werden. Insgesamt stünden für die Sportstätten am Mühlenberg dann 2,75 Millionen Euro (2 Millionen Euro städtische Gelder und bis zu 750.000 Euro Fördergelder) zur Verfügung.
  3. In absehbarer Zeit (maximal 5 Jahre) streben wir den Neubau einer wettkampffähigen Dreifeld-Halle am neuen Schulstandort im Hagelshoek, also zwischen den Stadtteilen, an. Diese soll dann die zentrale Bad Bentheimer Wettkampf-Halle werden. Der Standort (im Kirchspiel Gildehaus) liegt dabei nahe an jungen Wohngebieten (z.B. Pieper-Werning) und ist von überall gut erreichbar. Auch die Schürkamphalle, die ebenfalls schon sehr alt ist, wird dann langfristig natürlich in ihrer Dimensionierung nur noch Schulsporthalle der Bentheimer Grundschule sein können.

Ein grundsätzlicher Hinweis zur aktuellen Diskussion: Kein Verein in Bad Bentheim besitzt eine eigene Sporthalle. Alle mit städtischen Mitteln gebauten Sporthallen in Bad Bentheim gehören der Stadt und haben ihren Standort an Schulen und nicht bei Vereinen.


Resümee

Die CDU-FDP-Gruppe ist der Überzeugung, dass Herz und Zukunft keines Bad Bentheimer Sportvereins nur an zentral angebotenen  Wettkampfstätten hängt. Gymnastik, Fitness- und Gesundheitssport sind mindestens ebenso wichtig.

Wir sind der Überzeugung, mit unserer Lösung

  • wird sich insbesondere der TuS in wenigen Jahren mit einem erstklassigen Sportangebot  wiederfinden, so wie es auch jetzt schon TuS-Verantwortliche sehen.
  • werden Bad Bentheimer Schüler aus allen Ortsteilen auf Jahrzehnte gute Sportmöglichkeiten vorfinden.
  • wird die Stadt mit ihren Ortsteilen zusammenwachsen und an Identifikation gewinnen.
  • werden wir der Finanzsituation und damit nachfolgenden Generationen gerecht.

Die Erläuterung können Sie auch hier downloaden: 2018-12-03_Positionspapier-Sporthallen